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… 170 Jahren: Sklaven erkämpfen sich die Freiheit
Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 25.08.2009
Die «Amistad» war ein Frachtschiff unter spanischer Flagge, das zwischen Havanna und der Karibikinsel Guanaja verkehrte. Im Juni 1839 verliess das Schiff den Hafen der kubanischen Hauptstadt. An Bord befand sich auch eine Gruppe von Afrikanern, die aus ihrer Heimat in die Karibik verschleppt worden war.
Auf der Fahrt probten diese unter ihrem Anführer Sengbe Pieh den Aufstand und nahmen die Führung des Schiffs an sich. Den Überlebenden der Besatzung befahlen sie nach Afrika zu fahren. Nach einer langen Irrfahrt und Täuschungsmanövern landete die «Amistad» jedoch vor der Ostküste der USA, wo sie von der amerikanischen Marine aufgegriffen wurde.
In einer aufwühlenden juristischen Schlacht ging es nun um die Frage, ob die Afrikaner nach geltendem Recht Sklaven waren, die eine Schiffmeuterei angezettelt hatten oder ob es sich um illegal verschleppte Menschen handelte, die sich gegen die Gefangennahme gewehrt hatten. Der Gerichtsfall stilisierte sich zu einem Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern der Sklaverei.
Wegweisendes Urteil
Am Ende entschied sich der Oberste Gerichtshof überraschend für die Freiheit der Afrikaner. Die Richter verurteilten zwar nicht die Sklaverei an sich, aber die Verschleppung und Versklavung von Afrikanern in Afrika. Denn seit 1819 war dieses Vorgehen nach internationalen Verträgen verboten.
Dreissig Jahre vor der Abschaffung der Sklaverei war das Amistad-Urteil ein wegweisender Entscheid für die USA. Die frei gesprochenen Afrikaner gelangten mit Hilfe von Spendengeldern wieder in ihre Heimat. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.08.2009, 15:51 Uhr

