...62 Jahren: In Roswell (USA) wird ein Ufo gefunden

Aktualisiert am 07.07.2009

Am 7. Juli 1947 tauchen erste Berichte auf, wonach in Roswell (New Mexico) eine fliegende Untertasse gefunden worden sei. Damit wird eine Epoche wilder – und begründeter – Spekulationen eingeläutet.

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Wolkenformation? Eine Ufo-Erscheinung über dem tschechischen Riesengebirge, am 12. September 1965 fotografiert von einem spazierenden Mädchen. Die Erscheinung war nach Angaben des Mädchens rund eine halbe Stunde am Himmel zu sehen.
Bild: Keystone

   

Als die Pressestelle der Armeebasis von Roswell am achten Juli 1947 eine Meldung durch den Äther schickt, flammt das mediale Interesse auf. Eine «fliegende Untertasse» sei gefunden worden, berichtet das Militär – nur um Stunden später zu dementieren. Der befehlshabende Offizier berichtigt, dass in Tat und Wahrheit ein Wetterballon abgestürzt sei.

Während dreissig Jahren wird dieser Erklärung Glauben geschenkt, der Fall ist schnell vergessen. Erst 1978 befragt der Ufo-Forscher Stanton Friedman einen der damaligen Finder, Major Jesse Marcel. Marcel äussert, er sei sich sicher, dass jenes Ding, das er 1947 fand, ein ausserirdisches Raumschiff gewesen sei. Von diesem Zeitpunkt an werden hunderte mutmassliche Zeugen von selbsternannten Forschern befragt, dutzende Bücher geschrieben.

Eine vermeintliche grosse, verschwörerische Militäroperation wird aufgedeckt. Und 1989 schildert der frühere Leichenbestatter von Roswell, dass auf der Basis Aliens seziert worden seien. Andere, tatsächliche Augenzeugen, die mit dem Fund zu tun hatten, stützen die These von der abgestürzten fliegenden Untertasse.

1997, zum 50-Jahr-Jubiläum schliesslich veröffentlicht die US-Armee einen Bericht, um sämtliche Zweifel an ihrer Erklärung auszuräumen. Beim gefundenen Objekt habe es sich tatsächlich um einen Wetterballon gehandelt, der Teil eines geheimen Forschungsprojekts gewesen sei. Und die angeblichen Aliens seien nichts anderes gewesen als Test-Dummies.

Forscher und Fans lassen sich davon nicht beirren. Bis heute gehört der Fall Roswell zu den liebsten Spekulationsfeldern im Internet. (reb)

Erstellt: 07.07.2009, 20:20 Uhr