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… 53 Jahren: Ungarns Volksaufstand

Am 23. Oktober 1956 kämpft ein Land für mehr Freiheit und Demokratie.

Ein erstes Opfer: Die Stalin-Statue wird umgestossen und durch die Stadt geschleift.

Ein erstes Opfer: Die Stalin-Statue wird umgestossen und durch die Stadt geschleift.
Bild: Keystone

Im Herbst 1956 stehen die Zeichen auf Wandel. Ungarische Studenten solidarisieren sich am 23. Oktober 1956 mit den polnischen Arbeitern, die ein paar Monate zuvor gegen die stalinistischen Arbeitsbedingungen protestiert hatten. Der Protest in den Strassen Budapests weitet sich rasant aus. Zahlreiche Menschen sowie auch ungarische Soldaten schliessen sich der Bewegung an. Vor dem Parlamentsgebäude fordern sie Meinungsfreiheit und mehr Demokratie. Die Proteste haben Erfolg. Das kommunistische Zentralkomitee reagiert und setzt den reformorientierten Politiker Imre Nagy zum zweiten Mal als Ministerpräsidenten ein.

Nagy verspricht den Menschen die Demokratie. Am 1. November 1956 kündigt er Ungarns Mitgliedschaft im Warschauer Pakt auf und proklamiert die Neutralität seines Landes. Drei Tage später rücken die ersten sowjetischen Panzerverbände in Ungarn ein. Bürger formieren sich zum aussichtslosen, bewaffneten Widerstand. Über 3000 Menschen kommen dabei ums Leben, Tausende flüchten über die österreichische Grenze in den Westen. Die USA scheuen sich derweil vor einer Einmischung. Ministerpräsident Nagy wird vom KGB verhaftet und fast zwei Jahre später wegen Landesverrats hingerichtet.

«Ich bitte nicht um Gnade»

Imre Nagy bleibt bis zum Schluss standhaft. Kurz nach der Urteilsverkündung bemerkt er: «Mein einziger Trost ist es, dass mich das ungarische Volk und die internationale Arbeiterklasse von jenen schweren Anschuldigungen freisprechen werden. Ich bitte nicht um Gnade.» Mit Nagy werden 2000 weitere Ungarn zum Tod verurteilt. Das «Time Magazine» ehrt die ungarischen Freiheitskämpfer im Kollektiv zum «Mann des Jahres 1956». (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.10.2009, 15:54 Uhr