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...22 Jahren: Der mysteriöse Tod eines deutschen Politikers
Am 11. Oktober 1987 findet der «Stern»-Reporter Sebastian Knauer zusammen mit einem Fotografen den toten CDU-Politiker Uwe Barschel in seinem Hotelzimmer in Genf. Die vollständig bekleidete Leiche Barschels liegt in der Badewanne. Im Körper des ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, der seit 1980 in zunehmend stärkeren Dosen das Beruhigungsmittel Tavor zu sich nimmt, findet man bei der späteren Obduktion insgesamt acht Medikamente. Laut Gutachten eines Zürcher Toxikologen stellt die Konzentrationsverteilung der Substanzen im Magen, Blut und Urin Barschels einen Beweis für Fremdeinwirken dar. Dennoch können die Todesumstände und Hintergründe der Tat bis heute nicht geklärt werden.
Uwe Barschel war Ministerpräsident des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Einige Monate vor seiner Ermordung wird er beschuldigt vor den anstehenden Landtagswahlen eine Verleumdungskampagne gegen seinen Rivalen Björn Engholm angeführt zu haben. Daraufhin verliert die CDU die Mehrheit und Barschel muss auf Druck seiner Partei die Regierung verlassen. Am Tag bevor er vor dem Untersuchungsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages zu den Vorwürfen Stellung nehmen soll, wird er ermordet aufgefunden.
Die ungeklärten Todesumstände haben zu einer Reihe von Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt. Man glaubt an eine Verstrickung Barschels in den Ost-West-Konflikt, an die Ermordung durch die CIA oder durch den israelischen Geheimdienst Mossad. Bewiesen sind diese Theorien bis heute nicht.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.10.2009, 09:56 Uhr

