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...30 Jahren: Ein Schriftsteller wird ausgebürgert
Pavel Kohout ist in den Anfangsjahren seiner schriftstellerischen Tätigkeit überzeugt von der Staatsform des Kommunismus. Er beginnt ein Studium, das er jedoch nie abschliesst, da er sich viel mehr als einen Bestandteil der Avantgarde fühlt, die dazu berufen ist eine bessere Zeit und Welt zu schaffen.
Mit den Jahren zeichnet sich bei Kohout jedoch langsam ein politischen Gesinnungswandel ab. Im April des Jahres 1964 rechnet er durch einen Artikel mit seiner stalinistischen Vergangenheit ab und möchte diese endlich ad acta gelegt wissen.
Vier Jahre später beginnen die Vorgänge des Prager Frühlings. Regierungskritische Künstler und Akademiker unterzeichnen die Charta 77, eine Petition gegen die Menschenrechtsverletzungen des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei. Man will einen «Sozialismus mit menschlichem Antlitz» schaffen und die gewaltsame Niederschlagung dieses Versuchs durch die am 21. August 1968 einmarschierende Truppen des Warschauer Paktes verhindern.
Die Verfolgung der Charta-77-Unterschreiber
Der Versuch des Regierungsumsturzes scheitert. Die Truppen siegen und die kommunistische Regierung bleibt bestehen. Die Regimegegner, die ihren Namen auf die Charta 77 gesetzt haben, werden von nun an systematisch denunziert. Sie verlieren ihren Job und werden bedroht. Das erklärte Ziel ist es, sie zur Ausreise zu zwingen und sie dann auszubürgern. So geschieht es auch mit Pavel Kohout am 4. Oktober 1979. Er lebt fortan in Österreich.
Erst nach der Wende 1989 kann der Schriftsteller wieder in der damaligen Tschechoslowakei publizieren. Heute lebt Kahout in Prag und Wien. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.10.2009, 15:46 Uhr

