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«Ich fühlte mich, als hätte ich die Pest»
Von Simone Rau. Aktualisiert am 26.11.2009
Lag zehn Tage mit Schweinegrippe im Bett: Die 30-jährige Projektleiterin Luana Grandio.
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Schweinegrippe: Betroffene erzählen
Obwohl die Schweinegrippe in aller Munde ist, bleibt sie ein Phantom. Wie fühlt es sich wirklich an, wenn man am H1N1-Virus erkrankt? Wie kündigt sich die Grippe an, und wie verläuft sie? Drei Betroffene erzählen auf Newsnetz/Tagesanzeiger.ch ihren Krankheitsverlauf.
«Im August verbrachte ich ein Wochenende in Berlin, ich fühlte mich topfit. Auf dem Rückweg vom Flughafen wurde mir plötzlich übel. Zu Hause angekommen, musste ich mich übergeben. So ging es die ganze Nacht hindurch, richtig schlimm. Am nächsten Morgen hatte ich 39 Grad Fieber und starke Halsschmerzen. Einen Termin bei meinem Arzt bekam ich erst zwei Tage später. Dass ich die Schweinegrippe haben könnte, kam mir nicht in den Sinn. Wem ist schon schlecht, wenn er die Grippe hat?
Mit mittlerweile 40 Grad Fieber ging ich zum Arzt. Er machte einen Abstrich, konnte aber nicht sagen, ob ich die Schweinegrippe habe oder nicht. Er verschrieb mir vorsorglich Tamiflu. Das Medikament nützte, hatte aber Nebenwirkungen. Ich bekam starke Bauchschmerzen davon. Eines Morgens hatte ich am ganzen Körper rote Flecken – eine allergische Reaktion. Da mich Allergien auch sonst plagen, kannte ich die Reaktion, verunsichert war ich trotzdem.
«Ich war total erschöpft»
Der Arzt hatte, ehrlich gesagt, keine Ahnung von Tamiflu. Er wusste nicht, ob er mir eine Antiallergikum-Spritze geben soll oder ob diese die Wirkung des Grippemittels beeinträchtigt. Schlussendlich bekam ich die Spritze, und ich war froh drüber. Nach zwei Tagen stand das Resultat fest: Ich habe tatsächlich die Schweinegrippe. Ab sofort stand ich unter Quarantäne und blieb zehn Tage im Bett. Ich war total erschöpft.
Die Reaktionen meines Umfeldes waren ziemlich extrem. Meine Freunde haben mich angerufen, als wäre ich ein Experte. Alle wollten wissen, ob Symptom A oder B ein Zeichen für die Schweinegrippe sei. Oder ob sie sich bei mir angesteckt hätten. Ich fühlte mich, als hätte ich die Pest.
«Die Schweinegrippe ist aggressiver als eine normale Grippe»
Das Fieber sank erst nach sechs Tagen. Daran merkte ich, dass die Schweinegrippe viel aggressiver ist als eine normale Grippe. Normalerweise habe ich nie so hohes Fieber, wenn ich krank bin – schon gar nicht über einen so langen Zeitraum. Ausser Fieber und Halsschmerzen hatte ich keine Symptome. Übelkeit plagte mich nur ganz am Anfang.
Drei Monate später merke ich die Auswirkungen des Tamiflu immer noch. Ich fühle mich total schlapp. Der Arzt meint, es könnten auch die Folgen der Schweinegrippe sein. Ich weiss es nicht. Hoffentlich nützen jetzt wenigstens die Vitaminpräparate. Und meine Ferien in Kuba.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.11.2009, 14:32 Uhr
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