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Mit Hilfe dieser Halle wurde der Zweite Weltkrieg beendet

Aktualisiert am 16.09.2010 2 Kommentare

In der Fertigungshalle 2 des Flugzeugherstellers Boeing wurde Militärgeschichte geschrieben. Plant 2 wurde gar als so wichtig eingestuft, dass sein Dach mit künstlichen Strassenzügen und Häusern getarnt wurde.

1/11 Hochbetrieb im Plant 2: Die Fertigungshalle am 20. Dezember 1943. Hunderte von B-17-Bombern werden für den Kriegseinsatz gefertigt.
Bild: Keystone

   

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Plant 2, die älteste Fertigungshalle modernen Zuschnitts des US-Flugzeugbauers Boeing, (BA 70 -1.95%) ist fast 75 Jahre nach ihrer Erbauung mittlerweile so verrostet und baufällig, dass der Komplex an gewissen Stellen nicht mehr betreten werden darf. Nun ist die historische Fabrikhalle bei Seattle endgültig ihrem Untergang geweiht. Schon bald soll sie abgerissen werden.

Erschaffen wurde Plant 2 im Jahr 1936, nur wenige Jahre vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. Fast die Hälfte der 13'000 B-17-Flying-Fortress-Bomber wurden in den darauffolgenden Jahren an diesem Ort zusammengestellt. Die B-17 hatte entscheidenden Anteil an der Luftüberlegenheit der USA im Krieg gegen Deutschland.

1942 entstand hier die damals hochmoderne Kriegsmaschine B-29-Superfortress, die Japan mit Brandbomben überdeckte, die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abwarf und damit dem Zweiten Weltkrieg ein Ende bereitete.

Eine getarnte Fabrik

In der Fertigungshalle 2 von Boeing wurde die Basis zur amerikanischen Luftüberlegenheit gelegt, die bis heute andauert. Plant 2 wurde gar als so wichtig eingestuft, dass sein Dach mit künstlichen Strassenzügen und Häusern aus Sperrholz getarnt wurde. Das gesamte Gelände ging fliessend in die nahe gelegenen Wohnquartiere über. Unter der Fertigungshalle führte ein Tunnel zur Cafeteria, Unterrichtsräumen und Toiletten. Die Arbeiter lebten gleich nebenan.

Während des Zweiten Weltkrieges setzten Tausende von Angestellten in Akkordarbeit die Bomber zusammen. Über die Hälfte der Belegschaft waren zu den intensivsten Kriegszeiten weiblich. Nach dem Zweiten Weltkrieg lief die Produktion infolge des Kalten Krieges mit ähnlicher Intensität weiter. Ende der 1940er-Jahre wurde im Plant 2 der B-47-Bomber, der Vorläufer zum modernen Düsenflugzeug, gefertigt. Nur wenig später wurde hier der erste B-52-Bomber vom Stapel gelassen. Ein Flugzeugtyp, der bis heute im Einsatz ist. In den 1960er-Jahren folgte die Produktion des ersten 737-Passagierflugzeugs.

Der langsame Niedergang

Schon bald war Plant 2, trotz stetigen Ausbaus, zu klein und die Höhe der Halle für die immer grösserer werdenden Maschinen zu tief. Das viel zu hohe Heck des B-52-Bombers musste deswegen mit Scharnieren versehen werden, um die Maschine überhaupt in der Fertigungshalle vollständig zusammenbauen zu können. Es begann der langsame Niedergang des einstigen Stolzes von Boeing.

In den 1980er-Jahren wurde die Halle zu einer Maschinenwerkstatt umfunktioniert. Boeing hatte in der Zwischenzeit neue, grössere Fertigungshallen aus dem Boden gestampft. Heute lagern im Plant 2 Maschinen, Werkzeuge und Fahrzeuge. Ausserdem dürfen Freiwillige hier für das nahe gelegene Museum alte B-17- und B-29-Bomber restaurieren. Bald schon werden auch sie sich einen neuen Ort suchen müssen. Nach dem Abbruch des Plant 2 in diesem Herbst soll wieder eine Sumpflandschaft entstehen. (jak)

Erstellt: 16.09.2010, 13:24 Uhr

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2 Kommentare

Franziska Bähler

16.09.2010, 14:06 Uhr
Melden

Die der Tagiredaktion so geläufige Bezeichnung "1980er-Jahre" ist schulmeisterlich! "Achziger Jahre" reicht völlig, denn es glaub ja wohl niemand, der 2. Weltkrieg hätte im 19. Jahrhundert stattgefunden. Antworten


Marco Lardi

16.09.2010, 14:55 Uhr
Melden

Wie kann man auf etwas Stolz sein, wo millionen von Menschen mit umgebracht hat? Antworten



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