Die Grippe geht um – und Impfstoffe sind knapp

Impfstoffe sind nicht unbegrenzt lange haltbar. Steigt die Nachfrage kurzfristig, kann es Engpässe geben.

Die Grippewelle hat die Schweiz erreicht, viele lassen sich trotzdem nicht impfen. (Symbolbild)

Die Grippewelle hat die Schweiz erreicht, viele lassen sich trotzdem nicht impfen. (Symbolbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Engpässe bei der Lieferung von Impfstoffen sind in der Schweiz häufiger geworden. Wenn die Nachfrage kurzfristig steigt, wie bei der aktuell grassierenden Grippe, können die Präparate knapp werden. Auch weil Inhaltsstoffe nicht unbegrenzt haltbar sind.

In einem aktuellen Fall musste ein Aargauer Hausarzt seinen Patienten ans Kantonspital Baden verweisen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Weder er noch Kollegen oder die Apotheke hatten den Impfstoff vorrätig, das Kantonsspital konnte auf ein kleines Restlager zurückgreifen.

Impfstoffengpässe sind nicht nur in der Schweiz ein Problem. Laut einer Umfrage der Weltgesundheitsorganisation WHO in Europa im Jahr 2015 meldeten 77 Prozent der befragten Länder, dass sie in dem Jahr mindestens einen Versorgungsengpass bei Impfstoffen erlebt haben. Diesen Sommer fehlte in der Schweiz ein Keuchhusten-Präparat für Kleinkinder.

Ein Pflichtlager für Impfstoffe soll solche Engpässe in Zukunft verhindern. Die entsprechende Verordnung ist seit Oktober in Kraft. BAG und das BWL rechnen allerdings damit, dass der Aufbau dieser Lager etwa zwei Jahre dauern wird.

Grippe breitet sich rasant aus

Die Grippe ist seit einer Woche in der Schweiz auf dem Vormarsch und dürfte den einen oder die andere just über die Feier- oder Ferientage ins Bett zwingen. Die Welle ist früher in der Schweiz angekommen als in früheren Jahren.

Ärztinnen und Ärzte, die dem Meldesysteme für übertragbare Krankheiten (Sentinella-Meldesystem) angeschlossen sind, meldeten in der vergangenen Woche 18,1 Grippe-Verdachtsfälle auf 1000 Arztkonsultationen, wie das Bundesamt für Gesundheit auf seiner Webseite schreibt.

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Dies entspricht 153 pro 100'000 Einwohner. Die Grippe tritt damit gegenüber der Vorwoche verstärkt auf, denn in der Vorwoche hatte das BAG noch 71 Verdachtsfälle auf 100'000 Einwohner gemeldet. Der Schwellenwert, von dem an in der laufenden Grippesaison von Epidemie gesprochen wird, liegt bei 64 Verdachtsfällen pro 100'000 Einwohner.

In den meisten Regionen der Schweiz ist die Grippe weit verbreitet. Etwas weniger Verdachtsfälle gab es lediglich in den Nordwestschweizer Kantonen sowie in der Zentralschweiz.

Trotz Respekt vor der Grippe, lehnt ein Grossteil der Schweizerinnen und Schweizern die Grippeimpfung ab, wie jüngst eine repräsentative Befragung von GFS Bern ergab. Demnach halte sich hartnäckig die Meinung, es sei besser, Erkrankungen ihren natürlichen Verlauf zu lassen und nicht durch Medikamente frühzeitig einzugreifen. «So ganz im Sinne von: Was mich nicht umbringt, macht mich stärker», hiess es zur Studie.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Grippeimfpung im Oktober oder November machen zu lassen, da der Schutz sechs Monate anhält. Auch jetzt kann man sich aber noch impfen lassen, allerdings dauert es ein bis zwei Wochen, bis diese wirkt. Wird man in dieser Zeit angesteckt, besteht der Schutz noch nicht. (ij/sda)

Erstellt: 29.12.2016, 11:39 Uhr

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