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Ein Gel gibt Hoffnung im Kampf gegen Aids

Aktualisiert am 20.07.2010

Bei einer Pilotstudie an Frauen in Südafrika halbierte das mit einem Aids-Medikament versetzte Vaginalgel die Gefahr, sich bei einem HIV-infizierten Partner anzustecken.

Studie macht Hoffnung: Frau in Südafrika.

AFP

Am sichersten ist aber immer noch das Kondom: Bild aus der Schweizer Stop-Aids-Kampagne.

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Wissenschaftler werteten das Ergebnis als Durchbruch auf der Suche nach einem Hilfsmittel für Frauen, deren Partner kein Kondom benutzen wollen. Die Studie wurde am Dienstag auf der Welt-Aids-Konferenz in Wien erörtert.

Das Ergebnis bedarf noch der Bestätigung durch weitere Studien. Für die Zulassung in westlichen Ländern wie den USA ist der Schutzfaktor des Mikrobizid-Gels wahrscheinlich noch nicht hoch genug. Forscher zeigten sich jedoch zuversichtlich, das er weiter verbessert werden kann.

«Wir geben den Frauen Hoffnung»

«Wir geben den Frauen Hoffnung», erklärte der Direktor des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS), Michel Sidibé. Die meisten Neuansteckungen betreffen Frauen. Ein Gel könne dabei helfen, die Verbreitung der Aids-Epidemie zu unterbrechen. «Zum ersten Mal sehen wir, dass ein Mikrobizid eine positive Wirkung hat», die aus wissenschaftlicher Sicht tatsächlich Schutz biete, sagte Anthony Fauci vom US-Gesundheitsinstitut (NHI).

Dem vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide einzuführenden Gel wurde das Aids-Mittel Tenofovir des kalifornischen Gilead-Konzerns beigemischt, das in Pillenform als Viread im Handel ist. Ein Jahr lang verwendet, verringerte es das Ansteckungsrisiko gegenüber einem Gel ohne Wirkstoff um 50 Prozent. Nach zweieinhalb Jahren waren es noch 39 Prozent.

Durch eine höhere Wirkstoffkonzentration oder konsequentere Anwendung liesse sich der Schutzfaktor Fauci zufolge möglicherweise auf mindestens 80 Prozent steigern. Bei der Studie benutzten Teilnehmerinnen das Gel nur 60 Prozent der Zeit; wer es häufiger anwendete, war besser geschützt. Zudem halbierte das Gel die Gefahr der Ansteckung mit dem HSV-2-Virus, der Genitalherpes hervorruft. Auch das spielt eine Rolle, weil andere sexuell übertragbare Krankheiten das Risiko einer HIV-Infektion erhöhen.

Hunderttausende Aids-Tote weniger

Selbst ein teilweiser Schutz sei ein grosser Sieg, der ein Segen für alle Paare werden könne, bei denen ein Partner infiziert ist und der andere nicht, sagte Studienleiter Salim Abdool Karim. In Südafrika, wo sich jedes dritte junge Mädchen bis zum Alter von 20 Jahren mit HIV infiziert hat, könne dass Gel in den kommenden zwei Jahrzehnten 1,3 Millionen Ansteckungen und 826.000 Todesfälle verhindern.

Wenn sich das Mittel in weiteren Studien als sicher und wirksam erweise, werde sich die Weltgesundheitsorganisation für eine beschleunigte Einführung einsetzen, kündigte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan an. Es ist schon der zweite grosse Fortschritt in der Aids-Prävention in kurzer Zeit. Im Herbst hatten Forscher einen Vesuchsimpfstoff vorgestellt, der das Ansteckungsrisiko um 30 Prozent verringerte. Auch hier wird noch daran geforscht, den Wirkungsgrad zu erhöhen. (sam/dapd)

Erstellt: 20.07.2010, 12:57 Uhr

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