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Experten warnen vor Super-Virus
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Mexiko senkte am Donnerstag seine Alarmstufe und kehrte langsam zum Alltag zurück. In der Schweiz sank die Zahl der Verdachtsfälle stark. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete noch 7 Verdachtsfälle in den Kantonen Aargau, Bern, Basel-Land, St. Gallen und Waadt. Am Mittwoch waren noch 19 Verdachtsmeldungen vorgelegen; am Dienstag 26. In 65 Fällen bestätigte sich der Verdacht nicht. Der junge Aargauer, der am H1N1-Virus erkrankt war, erholte sich inzwischen.
Mexiko senkte seinen Grippealarm von «Orange» auf «Gelb». Die Behörden teilten mit, dass unter anderem Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Sportstadien wieder öffnen könnten - aber sie dürften nur halb so viele Menschen einlassen wie bisher. Schon zuvor hatte die Regierung Oberschulen und Universitäten wieder geöffnet. Sie rief dazu auf, sich weiter durch hygienische Massnahmen zu schützen.
1900 bis 2200 Fälle weltweit
Allerdings hat sich nach Angaben des EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm das Bild der Ausbreitung in den vergangenen Tagen wenig verändert. Aus Mexiko waren demnach seit Mittwoch 170 neue bestätigte Erkrankungen bekannt geworden - insgesamt sind es fast 950 Fälle und 29 Tote. Mexiko selbst sprach von 42 Toten. In den USA stieg die Krankenzahl um 342 auf 642. Zwei Menschen starben dort an der Infektion.
In Europa ist Spanien mit bisher 81 Fällen am stärksten betroffen. Am Donnerstag meldete Polen seinen ersten Fall - damit sind 24 Staaten betroffen. Nach Angaben des ECDC sind 2200 Menschen an Schweinegrippe erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach von 1893 Erkrankten.
Warnungen vor zweiter Welle
Die Uno-Organisation warnte bei einer Gesundheitstagung in Bangkok davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. WHO-Vize- Generaldirektor Keiji Fukuda sagte, die Schweinegrippe könnte bereits in den nächsten Monaten ein Drittel der Weltbevölkerung bedrohen, besonders in Afrika.
Es sei möglich, dass die WHO in Kürze die Pandemie ausrufe, sagte er. Derzeit steht die Pandemieskala auf der zweithöchsten Stufe 5. Sorgen macht Virologen, dass der Erreger Bestandteile aufweist, die sowohl Schweine und Vögel als auch Menschen krank machen.
Angst vor dem Super-Virus
Auf einer Tagung der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in Paris warnten Experten, dass ein tödliches Super-Virus entstehen könnte, wenn sich Schweine- und Vogelgrippe vermischen. «Wir wissen, dass es im Genom der Schweinegrippe eine Sequenz gibt, die von Vögeln stammt», sagte der Pandemie-Beauftragte der Föderation, Pierre Duplessis. Eine Verbindung mit der Vogelgrippe sei daher möglich. Der Londoner Virologe John Oxford sagte, es müsse verhindert werden, dass Menschen, die mit dem H5N1-Virus der Vogelgrippe infiziert seien, auch noch den Schweinegrippen-Erregern ausgesetzt würden.
Kanadische Forscher gaben inzwischen bekannt, dass erstmals das komplette Erbgut das aktuellen H1N1-Virus' aus verschiedenen Ländern entziffert worden sei. Vorläufigen Analysen zufolge deute nichts darauf hin, «dass sich das Virus in Mexiko signifikant von dem in Kanada unterscheidet», teilte das Mikrobiologielabor in Winnipeg mit. (vin/sda/)
Erstellt: 08.05.2009, 10:23 Uhr





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