Wissen

Wie die US-Armee traumatisierte Soldaten heilen will

Aktualisiert am 21.07.2010 4 Kommentare

Um neue Behandlungsmethoden für ihre kriegstraumatisierten Veteranen zu finden, hat das US-Militär eine neue Methode entwickelt. Erste Tests scheinen vielversprechend.

Solange die Psyche von Eindrücken überwältigt wird, ist keine Therapie möglich: Ein Kriegsveteran schreit aus Verzweiflung.

Solange die Psyche von Eindrücken überwältigt wird, ist keine Therapie möglich: Ein Kriegsveteran schreit aus Verzweiflung.
Bild: Keystone

Forscher in den USA haben gemäss einem Bericht auf der Website von «BBC» Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erfolgreich mit MDMA (Ecstasy) behandelt. Nach einem Pilotversuch mit 20 Patienten hat das US-Forscherteam jetzt die Bewilligung erhalten, eine umfangreichere Studie an Militärveteranen durchzuführen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die vor allem als Partydroge bekannte Substanz MDMA die Ängste der Patienten so weit dämpfen kann, dass eine konventionelle Psychotherapie möglich wird.

Verbesserte Therapieresultate dank Ecstasy

Wie «BBC» weiter schreibt, sei die Auswahl der Patienten nach sehr strengen Kriterien erfolgt. So musste die postraumatische Belastungsstörung schon mehrere Jahre angedauert haben und jede andere Behandlungsmethode erfolglos gewesen sein. Auch wurden Personen mit Psychosen oder Suchtproblemen ausgeschlossen.

Im Versuch erhielten die Testpersonen in insgesamt zwei achtstündigen Sitzungen in einem Abstand von einigen Wochen jeweils eine Dosis Ecstasy. Eine Vergleichsgruppe erhielt Placebos.

Zwei Monate später verbesserte sich der Therapieerfolg in der Gruppe mit Ecstasy bei über 80 Prozent der Patienten. In der Vergleichsgruppe mit Placebo ging es in diesem Zeitraum nur einem Viertel besser. Zudem zeigten sich keine negativen Nebeneffekte des Ecstasy-Einsatzes. (mt)

Erstellt: 21.07.2010, 16:09 Uhr

4

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

4 Kommentare

James Lehmann

21.07.2010, 18:19 Uhr
Melden

Als angehender Psychologe finde ich solche Artikel sehr interessant. Nur schade, gibt es keinen Link dazu. Antworten


Rudolf Moser-Hämmli

21.07.2010, 19:19 Uhr
Melden

Das kann man doch nicht ernst nehmen! Würde mich interessieren, wie tief die Pharmaindustrie dahinter steckt!!! Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!