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Wie man gesund durch den Winter kommt

Aktualisiert am 17.10.2009 1 Kommentar

Kaum ist es kalt, haben die Leute Halsweh. Dieses Jahr ist es besonders schlimm, denn das Schweinegrippevirus ist höchst ansteckend.

Bild: Schaad

Warm statt sexy

Es ist ganz einfach, ohne Frieren und Erkältung durch Herbst und Winter zu kommen. Man muss bloss die Hoffart in den Schrank hängen und dafür die Faserpelzjacke herausnehmen. Oder die Fleece- oder Softshelljacke, wie immer diese synthetischen Sportdinger auch heissen. Entscheidend ist, dass man sie immer anhat und darüber einen Mantel. Das sieht nicht besonders gut aus, vor allem nicht im Restaurant oder bei geschäftlichen Besprechungen, aber es wärmt. An besonders kalten Tagen kommt die lange Unterhose hinzu. Die sieht ebenfalls nicht besonders sexy aus. Aber das tut eine triefende Nase auch nicht. (jr)

Hanf ohne Halluzinationen

In der Apotheke wurde ich ausgelacht, als ich sie bestellte: «Die haben aber keine halluzinogene Wirkung», kicherte die Angestellte. Ich nahm sie trotzdem. Denn die Kapseln mit Hanfsamenöl bewahren mich davor, den ganzen Winter über mit einer dicken Schicht Vaseline auf dem Gesicht herumzulaufen. Die Dinger helfen tatsächlich etwas, wenn die Haut im Winter so spannt wie die einer ägyptischen Mumie. Und sie helfen gegen Rheuma, Arthritis, Gefässablagerungen und Übergewicht. Zumindest verspricht das die Packungsbeilage. Wenn kümmert es da, dass sie nicht auch noch dusselig machen? (jho)

Zu Fuss ins Büro

Je kälter, desto ungemütlicher wirds in Tram und Bus. Man schwitzt in seinen sieben Lagen, steht so dicht gedrängt, dass man kaum den Schal lockern kann, ohne dem Nachbarn einen Kinnhaken zu verpassen oder sich selbst zu würgen. Alles hustet und schneuzt – nicht in den jeweils persönlichen Ellbogen, der ist zu weit weg, sondern ins Gesicht der anderen. Viel gesünder und schöner ist da der Spaziergang ins Büro. Die Trottoirs sind fast menschenleer, die Luft klar, und der zügige Schritt weckt und wärmt. (mom)

Imaginäre Flossen

Die Kapseln sehen aus, als wären sie mit flüssigem Honig gefüllt. Doch der Inhalt schmeckt scheusslich. Das weiss ich, weil ich als Kind ein paar Mal versehentlich auf die Halibut-Kapseln biss. Sie sind mit Heilbutt-Lebertran gefüllt. Die kleinen Dinger haben mich bis heute jeden Winter zuverlässig vor Krankheiten geschützt. Ausserdem gehe ich zwei- bis dreimal pro Woche im Hallenbad schwimmen. Wer weiss, vielleicht verleiht mir der Fischtran imaginäre Flossen im Wasser. So wie ein Energie-Getränk angeblich Flügel verleiht. (bg)

Brandheiss und eiskalt

Es ist 90 Grad Celsius, das Wasser zischt auf den heissen Steinen, hin und wieder knarrt das Holz, das in der Hitze arbeitet. Je tiefer die Temperaturen draussen, desto höher steigt die Lust auf Sauna, Schweiss und stille Stunden. Der Wechsel von brandheisser Luft und eiskaltem Wasser im Tauchbecken kräftigt die Blutzirkulation und stärkt die Abwehrkräfte. Wenn ich dann im Liegeraum in den Bademantel eingehüllt döse, steigt eine wohlige Wärme auf, die Frust und Frost vergessen lässt. Krank? War ich seit Jahren nicht mehr. (rd)

Dem Körper vertrauen

Ein leichtes Kratzen im Hals, eine triefende Nase oder ein schwerer Kopf, und schon geraten wir in helle Aufruhr: Ein böser Erreger schleicht sich an und legt unseren Körper lahm. Doch mir scheint, dass die Angst vor einer Erkältung oder Grippe schlimmer ist als die Krankheit selbst. Vielleicht lähmt ja gerade die Furcht vor einer Grippe unser Immunsystem. Ich wende mich darum mit dem aufmunternden Appell an meinen Körper: Das ist dein Job, du bist der beste Arzt. Homöopathische Kügelchen lenken dich nur von deiner Arbeit ab. (sta)

Energie dank Muskelstärke

Seit letztem Jahr nehme ich im Winter Vigantol-Öl. 21 Tröpfchen jede Woche. Eine Freundin hat mir den Tipp gegeben, sie arbeitet an der Uni mit einer Altersforscherin zusammen. Und da ich auch schon gegen 50 gehe, nehme ich die Empfehlung ernst. Im Winter sinkt der Vitamin-D-Spiegel im Blut, weil unsere Haut weniger an der Sonne ist. Mit der Folge, dass Muskelkraft und Knochenmasse abnehmen. Und das wiederum führt zu mehr Stürzen. Alte Frauen mit Schenkelhalsbruch – in den Spitälern häufig gesehen. Also besser rechtzeitig vorbeugen. Sind die Muskeln stark, tut einem weniger weh. Letzten Winter jedenfalls gings mir gut. Ich glaube daran. Osteoporose bekommen übrigens auch Männer. (an)

Eine Spritze fürs Immunsystem

Das gescheiteste Hausmittelchen gegen Pfnüsel, Halsweh und glasige Augen ist immer noch – gar keines. Was einem Kräuterhexen an ätherischen Ölen, Nestlé-Chef Peter Brabeck an probiotischen Joghurts und Naturheil-Taliban an muffigen Tees andrehen wollen, ist Geschäftemacherei und keine Gesundheitsvorsorge. Da vertraue ich lieber der Wissenschaft. Bewegung an der frischen Luft, genug Schlaf und vor allem: Impfen! Nur die Spritze stärkt das Immunsystem. Und wenn dann doch die Nase trieft und das Fieberthermometer steigt, ja dann bleibt wenigstens das gute Gefühl, das Menschenmögliche dagegen getan zu haben. (ese)

Erstellt: 17.10.2009, 07:55 Uhr

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1 Kommentar

Alfred Marti

21.10.2009, 11:58 Uhr
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alles nur Panikmache fürs Geschäft. Antworten



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