Immer mehr Frauen sterben an ihrer Tabaksucht

Trotz rückläufigem Zigarettenkonsum bleibt Rauchen mit jährlich rund 9500 Toten in der Schweiz die wichtigste vermeidbare Todesursache.

58 Prozent mehr Frauen starben 2012 am Tabakkonsum als noch 1995: Eine Frau raucht eine Zigarette.

58 Prozent mehr Frauen starben 2012 am Tabakkonsum als noch 1995: Eine Frau raucht eine Zigarette. Bild: Alessandro Della Bella/Keystone

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Noch immer sterben in der Schweiz pro Jahr fast 9500 Personen an tabakbedingten Krankheiten, darunter immer mehr Frauen. Jeder siebte Todesfall kann dem Tabakkonsum zugeschrieben werden. Das zeigen Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) für die Jahre 1995-2012. Bei den Männern ging die jährliche Zahl der Toten in dieser Periode um 13 Prozent auf 6200 zurück, bei den Frauen stieg sie um 58 Prozent auf 3300.

Die drei Hauptursachen tabakbedingter Todesfälle sind gemäss BFS Krebs (42 Prozent) und insbesondere Lungenkrebs, Herzkreislaufkrankheiten (39 Prozent) sowie die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD, 15 Prozent). Ein Fünftel der betroffenen Personen stirbt vor dem 65. Lebensjahr.

Starke Zunahme des Lungenkrebses bei Frauen

Seit 2004 nimmt die Zahl der Sterbefälle durch Rauchen wieder leicht zu. Das BFS führt dies vor allem auf die Zunahme des Lungenkrebses bei den Frauen, aber auch der anderen Krebsfälle bei beiden Geschlechtern zurück. Der Rückgang bei den Herzkreislaufkrankheiten vermag dies nicht zu kompensieren.

Im Vergleich zur Periode 1995-97 haben sich die tabakbedingten Todesfälle aufgrund von Lungenkrebs bei den Frauen mehr als verdoppelt, bei den Männern blieben sie stabil. Bei den anderen Krebsarten stiegen die Sterbefälle bei den Männern bis 2010-12 um 17 Prozent, bei den Frauen um 43 Prozent. COPD ging bei den Männern um 9 Prozent zurück, bei den Frauen gab es ein Plus von 63 Prozent.

Lichtblick bei den Männern

Dass die Zahl der Rauchertoten weiter steigt, bedeutet nicht, dass die millionenteuren Präventionskampagnen bisher wirkungslos verpufft sind. Ihr Erfolg lässt sich aber erst später messen, weil Krankheit und Tod noch nach Jahrzehnten nach dem Konsum auftreten können.

Eine positive Entwicklung zumindest zeichnet sich nach Auskunft von Christoph Junker vom BFS bereits heute beim Rückgang der tabakbedingten Herzprobleme der Männer ab. Anders als beim Lungenkrebs zeigt sich hier schon unmittelbar nach dem Rauchstopp ein Rückgang des Sterberisikos (sda)

(Erstellt: 15.10.2015, 14:24 Uhr)

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