Lärmiger Wohnort führt zu grösserem Hörverlust

Gemäss einer Studie altert das Gehör schneller bei Personen, die in einer lauten Grossstadt leben. Zürich weist unter den 50 untersuchten Städten die geringste Lärmbelastung auf.

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Zwischen der Lärmbelastung in Grossstädten und Hörverlusten beim Menschen gibt es einer Studie zufolge einen Zusammenhang. Das Berliner Unternehmen Mimi Hearing Technologies veröffentlichte am Freitag eine Rangliste von weltweit 50 grossen Städten, für die die Hörspezialisten Daten ausgewertet haben.

Am Alter gemessen verzeichnen Wiener demnach den geringsten Hörverlust, während die Bewohner Neu-Delhis insgesamt den grössten Hörverlust aufweisen. In Zürich ist die Lärmbelastung demnach am geringsten, im chinesischen Guangzhou am höchsten. In Deutschland schneidet München am besten ab; die Stadt gehört zu den Grossstädten mit den geringsten Hörverlusten.

200'000 Teilnehmer

Das Unternehmen bietet Apps an, die Handynutzern Aufschluss über ihr individuelles Hörvermögen geben und die Musik auf das individuelle Hörvermögen des Nutzers anpassen. An der Entwicklung und Optimierung der Apps war auch die Berliner Universitätsklinik Charité beteiligt.

Für die Studie wurden Daten aus den Hörtests von rund 200.000 Nutzern mit Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der norwegischen Forschungsorganisation Sintef zum Thema Lärmbelastung in Städten ausgewertet und verglichen.

«Niemand kümmert sich um sein Gehör»

Im Durchschnitt waren die Menschen in den lautesten Städten in Bezug auf ihren Hörverlust demnach zehn Jahre «älter» als diejenigen in den ruhigsten Städten. Die Daten deuten nach Angaben der Experten darauf hin, dass der Hörverlust direkt oder indirekt durch die Lärmbelastung an den Wohnorten beeinflusst wird. Freilich könne eine Hörminderung auch durch Infektionen, genetische Störungen, Frühgeburten oder Medikamente verursacht werden, sagte Henrik Matthies, Geschäftsführer des Unternehmens, der Nachrichtenagentur AFP. Das Ergebnis sei aber «robust».

Manfred Gross von der Charité erklärte: «Während für die meisten Menschen ein Sehtest Routine ist, kümmert sich niemand um sein Gehör.» Je früher ein Hörverlust aber entdeckt werde, desto besser seien die Chancen, weiteren Schäden vorbeugen zu können. (foa/AFP)

Erstellt: 04.03.2017, 04:55 Uhr

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