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Am inneren Rand der «bewohnbaren Zone»
Aktualisiert am 29.08.2011 12 Kommentare
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Forscher des Astronomischen Observatoriums der Universität Genf haben einen Planeten entdeckt, der möglicherweise für Lebewesen bewohnbar sein könnte. Der Brocken ist 3,6 Mal so schwer wie die Erde und umrundet seinen Stern gerade mal in 54 Tagen.
Der Planet liege am inneren Rand der «bewohnbaren Zone», schreibt das Team um Francesco Pepe in einer Studie, die im Fachmagazin «Astronomy & Astrophysics» erscheint. Als «bewohnbare Zone» bezeichnen Astronomen jene Entfernung von einem Stern, in der Wasser auf einem Planeten nicht gefriert oder verdampft, sondern flüssig bleibt. Der neu entdeckte Planet und sein Heimatstern namens HD 85512 liegen rund 36 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Dass der neu entdeckte Planet trotz seiner kurzen Umlaufzeit noch bewohnbar sein könnte, liegt daran, dass sein Heimatstern kleiner und kühler ist als unsere Sonne.
Wolken müssen kühlen
Trotzdem müssen für eine allfällige Lebensfreundlichkeit zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein, wie Pepe gemeinsam mit zwei Kollegen in einem zweiten Artikel schreibt, der ebenfalls in «Astronomy & Astrophysics» erscheinen soll. So müsste der Planet eine Wolkenbedeckung von 50 Prozent haben. Ansonsten würde zu viel Sonnenlicht seine Oberfläche erreichen, und er wäre wohl zu heiss für die Existenz von flüssigem Wasser. Zudem gehen die Forscher bei ihren Berechnungen davon aus, dass der Planet eine ähnliche Atmosphäre wie die Erde hat – mit den Gasen Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff.
Ob der Planet auch mit anderen Zusammensetzungen der Atmosphäre bewohnbar wäre, können die Forscher nicht sagen. Sie postulieren aber, dass ihre Neuentdeckung gemeinsam mit dem ebenfalls von der Uni Genf aufgespürten Planeten «Gliese 581 d» der bisher aussichtsreichste Kandidat sei für einen bewohnbaren Planeten.
Effiziente Planetenjagd
Gefunden haben die Astronomen den neuen Planeten mit Hilfe des von ihnen gebauten Instruments Harps, das am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte ESO in den chilenischen Anden installiert ist. Harps misst die winzigen Effekte, welche die Anziehungskraft von Planeten auf den Stern hat, den sie umkreisen.
Rund 100 der bisher etwas über 570 entdeckten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems gehen auf das Konto von Harps. Die erste Entdeckung eines solchen Exoplaneten gelang im Jahr 1995 ebenfalls zwei Forschern vom Genfer Observatorium, Michel Mayor und Didier Queloz.
Milliarden Planeten?
In ihrer neuesten Untersuchung richteten die Astronomen Harps auf zehn Sterne und suchten sie gründlich nach allfälligen, relativ kleinen Planeten ab. Das Resultat: Mindestens drei der Sterne werden von solchen Begleitern umkreist. Neben dem Planeten um HD 85512 fanden die Forscher noch vier weitere Planeten.
Für Pepe und seine Kollegen bestätigen ihre Resultate Theorien, wonach kleine Planeten um sonnenähnliche Sterne relativ häufig sein müssen. Laut ihnen könnten um jeden dritten Stern Planeten kreisen. Das würde bedeuten, dass es allein in unserer Milchstrasse mehrere Milliarden relativ kleine, vielleicht erdähnliche Planeten geben würde. (ami/sda)
Erstellt: 29.08.2011, 18:42 Uhr
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12 Kommentare
Astronomen die werweissen, ob es vielleicht auf einem anderen Stern Leben geben könnte, sind vergleichbar mit Fischen in einem Bergsee, die philosophieren, ob es noch andere Seen mit Fischen gebe! Nur ein absolut beschränkter Kleingeist kann daran zweifeln, dass es in unserer Milchstrasse Tausende ja Millionen belebter Planeten gibt. Ob diese Distanzen dereinst überwindbar sind, ist die Frage! Antworten
Die Entwicklung des Lebens auf der Erde hat Stufen gebraucht, mit Zufällen und Stillständen während eines unvorstellbaren Zeitraums. Dass auf einem Exoplaneten das Leben unsere Entwicklungssstufe hat, ist unwahrscheinlich. Deshalb müssen noch viele Schwestererden gefunden und geprüft werden, leider in noch unerreichbarer Ferne. Trotzdem, dranbleiben, ihr Sternforscher! Auch ich bin neugierig. Antworten

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