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Auch Tiere helfen, wenn ihnen geholfen wurde

Wer mit Fremden positive Erfahrungen gemacht hat, hilft selber Unbekannten eher: Dieses Verhalten kann auch im Tierreich beobachtet werden.

Eine Studie von Forschern der Universität Bern zeigt, dass eine allgemeine Hilfsbereitschaft unter Tieren verbreiteter sein muss als bislang angenommen. Die Evolutionsbiologen um Daniel Rankin entwickelten ein mathematisches Modell, in dem Individuen nach dem Zufallsprinzip auf andere Mitglieder der Gesellschaft treffen, wie die Universität Bern am Mittwoch mitteilte. Dabei haben sie die Wahl, ob sie sich hilfsbereit zeigen oder nicht.

Sie fanden heraus, dass sich unter bestimmten Bedingungen eine Art allgemeine Hilfsbereitschaft herausbildet. Diese entsteht, wenn ein Individuum positive Erfahrungen mit einem Fremden gemacht hat. Dadurch erhöht sich seine eigene Hilfsbereitschaft gegenüber anderen unbekannten Personen.

Umfeld muss stabil sein

Wie die Forscher im Fachmagazin «Evolution» berichten, tritt das Weitergeben der Hilfe, die so genannte allgemeine Reziprozität, am häufigsten in einem sozialen Umfeld auf, in dem man sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wieder trifft. In diesem Fall wird dem Hilfeleistenden nämlich in Zukunft irgendwann auch geholfen.

Gemäss Communiqué sind hilfreiche Handlungen für Unbekannte bisher nur beim Menschen und bei Ratten beobachtet worden. Aufgrund ihrer Simulation vermuten die Forscher jedoch, dass die allgemeine Hilfsbereitschaft im Tierreich viel häufiger ist als bislang angenommen.

Vom Bakterium bis zum Elefanten

Ein Grund dafür ist auch die Einfachheit des Systems nach dem Motto «Helfen, wenn mir geholfen wurde»: «Dafür braucht es kein hochentwickeltes Gehirn - im Prinzip kann das jeder Organismus von der einfachen Bakterie bis zum Elefanten», wird Rankin im Communiqué zitiert.

Andere in der Natur vorkommende Formen der Hilfsbereitschaft setzen dagegen hohe kognitive Fähigkeiten voraus: Beim direkt kooperativen Verhalten zum Beispiel erweisen Individuen einander einen Gefallen, die sich bereits kennen oder miteinander verwandt sind. Um richtig zu handeln, müssen sie ihr Gegenüber aber zuerst als hilfsbereit identifizieren und speichern. (vin/ap/)

Erstellt: 10.06.2009, 14:53 Uhr

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