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Der Klimawandel gefährdet das Trinkwasser
Für Taucher schön, fürs Trinkwasser schlecht: Der Zürichsee ist in den vergangenen Jahrzehnten wärmer geworden.
Anlässlich einer Tagung mit 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, publizierte das Forschungsinstitut Eawag in Dübendorf die Sorgen der Fachleute für Wasserversorgung. Klimamodelle sagen voraus, dass die steigenden Konzentrationen von Treibhausgasen nicht nur eine Zunahme der Lufttemperatur, sondern auch eine Erwärmung der Gewässer zur Folge haben. Beobachtungen in der Schweiz haben diese Prognose bestätigt.
Mögliche Folgen der Erwärmung
Das Wasser im Zürichsee beispielsweise hat sich in fünf Metern Tiefe seit 1945 erwärmt – um insgesamt rund ein Grad im Winter und um fast zwei Grad im Sommer. Derselbe Trend ist bei den Flüssen sichtbar. Erstmals haben die Forscher nun auch längere Datenreihen zur Temperatur von Grundwasser zusammengetragen. Demnach erwärmte sich das Grundwasser bei Rheinau im Kanton Zürich seit den Fünfzigerjahren im Winter um rund drei Grad. Gleichzeitig sank der Sauerstoffgehalt stetig. Ohne Sauerstoff lösen sich aber Eisen und Mangan im Untergrund, die vor der Abgabe des Wassers ins Netz entfernt werden müssen.
Auch in Seen können sich die wärmeren Temperaturen negativ auf die Wasserqualität auswirken. So wird die Verbreitung von Blaualgen begünstigt. Dies könne heikel werden, so die Eawag, weil Arten darunter seien, die Gift- oder Geschmacks- und Geruchsstoffe produzieren. Zudem würden Mikroorganismen in wärmerem Wasser generell rascher wachsen. Wo das geförderte Trinkwasser bisher gar nicht oder nur mit einfachen Verfahren aufbereitet wurde, könnte in Zukunft eine aufwändigere mehrstufige Aufbereitung nötig werden.
Neues Kontrollverfahren vorgestellt
Wichtig für einwandfreies Wasser ist laut den Fachleuten vor allem eine konsequente Überwachung. Die Eawag hat dazu eine Methode entwickelt, die ein realistischeres Bild vermitteln soll: Dank spezieller Markierverfahren können demnach – anders als bisher – auch Mikroorganismen erfasst werden, die sich auf Labor-Nährmedien nicht vermehrten. Weil mit Hilfe von speziellen Antikörpern gezielt nach einzelnen Krankheitserregern wie Cholerabakterien gesucht werden kann, sei die neue Methode für die Kontrolle der Trinkwasserhygiene auch in südlichen Ländern attraktiv. (raa/ap)
Erstellt: 12.09.2008, 08:21 Uhr







