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Der Schweizer Fisch des Jahres 2014

Aktualisiert am 02.01.2014 1 Kommentar

Die Wahl des Fischerei-Verbandes gewann dieses Mal die Groppe. Sie lebt in gesunden Flüssen und Bächen – und ist damit der beste Botschafter für die Wiederherstellung natürlicher Gewässer in der Schweiz.

Hält sich stets in der Nähe von Steinen oder Totholz auf: die Groppe.

Hält sich stets in der Nähe von Steinen oder Totholz auf: die Groppe.
Bild: PD

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Der Schweizer Fisch des Jahres 2014 ist die Groppe. Der Fisch lebt in Bächen und Flüssen - diese müssen aber in natürlichem Zustand oder renaturiert sein. Mit der Wahl ruft der Fischerei-Verband dazu auf, die Renaturierung von Gewässern voranzubringen.

Die Groppe sei in der Schweiz stark verbreitet, schreibt der Verband. Der kleine Fisch ist in den Einzugsgebieten von Rhein, Rhone und Po anzutreffen - in Bächen und Flüssen, teilweise auch in Seen. Er hat einen grossen Kopf, eine glatte, schuppenlose Haut und markante Flossen.

Für einen Fisch eher untypisch ist die Fortbewegungsart der Grope: Diese erfolgt über eine Art «Hüpfen» nahe des Gewässergrunds. Denn Groppe haben eine degenerierte Schwimmblase und sind deshalb schlechte Schwimmerinnen.

Um sich vor Strömungen und Feinden zu schützen, hält sich die Fischart stets in der Nähe von Steinen oder Totholz auf, um jederzeit in Deckung gehen zu können. Dank guter Tarnung ist die Groppe als Meisterin im Verstecken bekannt.

Grösster Feind: Gewässer-Verbauungen

Vor den grössten Feinden bietet die Tarnung jedoch keinen Schutz: Dazu gehören künstliche Uferverbauungen sowie begradigte Bäche und Flüsse. Einerseits fehlt dem Fisch in monotonen Fliessgewässern die Lebensgrundlage. Andererseits ist die Groppe nicht in der Lage, Dämme, Querbauten oder andere Hindernisse zu überwinden.

Das ist fatal, weil sich die Groppe etwa zum Verlaichen in andere Gewässerabschnitte verschieben können muss. Bleibt sie am selben Ort, sinkt die genetische Vielfalt, und die Fischart verbreitet sich nicht weiter.

Botschafterin für gesunde Gewässer

Ohne natürliche Lebensräume hat die Groppe also keine Zukunft. Oder anders ausgedrückt: «Dort, wo es Groppen gibt, stimmt der Lebensraum in und am Gewässer», schreibt der Schweizerische Fischerei-Verband in seiner Mitteilung.

Dem Fisch kommt somit die Rolle eines natürlichen Botschafters für gesunde Gewässer zu. Der Verband fordert, zum Schutz der Groppen und anderer Arten beim Gewässerschutz und der Renaturierung von Gewässern vorwärts zu machen.

Neue Groppenarten im Thunersee

Im Jahr 2013 waren im Thunersee zwei neue Groppenarten entdeckt worden. Der Fund eines Teams des Wasserforschungsinstituts eawag sorgte für Aufsehen, weil zuvor nur im über 25 Millionen alten Baikalsee verschiedene neue Groppenarten gefunden worden waren.

Die Entwicklung dieser 35 Arten dauerte mehrere hunderttausend Jahre. Der Thunersee hingegen sei erst nach der letzten Eiszeit, vor rund 12'000 Jahren entstanden, schreibt der Fischerei-Verband. Das lasse darauf schliessen, dass die Evolution viel schneller ablaufe als bisher angenommen. (ajk/sda)

Erstellt: 02.01.2014, 16:43 Uhr

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1 Kommentar

Fritz Schäpper

03.01.2014, 11:12 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Das wurde vergessen: Die Groppe hat eine eigene Fasnacht mit langer
Tradition! In Ermatingen TG wir jedes Jahr die Groppenfasnacht gefeiert,
weltweit die späteste der Saison, meist erst im März, mit Umzug.
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