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Die 13 grössten ungelösten Rätsel des Universums

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 02.03.2009 59 Kommentare

Es gibt sie: Phänomene, die selbst die brillantesten Theoretiker nicht erklären können. Die spektakulärsten darunter stellt ein Brite in einem neuen Buch vor.

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Von den Weiten des Alls bis in die kleinsten Poren des Körpers – diese Phänomene geben den Wissenschaftler Rätsel auf. Die Raumfähre Pioneer 10 kommt immer wieder vom Weg ab.
Bild: Keystone

   

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Das Buch

Bisher nur auf Englisch: «13 Things That Don’t Make Sense – The Most Intriguing Scientific Mysteries of Our Time» von Michael Brooks, Verlag Profile Books.

An manchen wissenschaftlichen Rätseln beissen sich die Theoretiker und Forscher seit Jahrzehnten die Zähne aus – sie können sie schlicht und einfach nicht erklären. Der Brite Michael Brooks hat sie gesammelt und in der «Times» vorgestellt.

1. Das verschwundene Universum

Die Wissenschaftler können nur schmale vier Prozent des Universums definieren und deren Existenz beweisen. Von 96 Prozent haben sie schlicht keine Ahnung, wie sie beschaffen sind – und nennen sie deswegen mysteriös «dunkle Materie» und «dunkle Energie».

2. Die unartigen Raumschiffe

In den 1970ern schickte die Nasa zwei Raumfähren ins All. Die beiden Pioneers kommen seither immer wieder von der Bahn ab. Sie bewegen sich jedes Jahr 13'000 Kilometer aus der für sie berechneten Spur. Die Mathematiker sind verzweifelt und ahnungslos: Sie können sich nicht erklären, wieso die Raumfähren abdriften.

3. Die entzauberten Naturgesetze

Jedes Kind lernt in der Schule die Gesetze der Physik – hört von Schwerkraft und Geschwindigkeit, Beschleunigung und Aufprall. Laut Michael Brooks ist diesen Gesetzen nicht zu trauen: Lichtpartikel von fernen Sternen gehorchen anderen Gesetzen und zeigen darum, dass sich die Naturgesetze verändert haben müssen.

4. Die wohltemperierte Kernschmelze

Um einen Atomkern zu verschmelzen und damit Energie zu gewinnen, braucht es normalerweise die Zugabe von Energie – und somit eine Wahnsinnsexplosion. Die Energiegewinnung ohne Explosion dürfte nach den Gesetzen der Wissenschaftler eigentlich nur im Innern von extrem heissen Sternen möglich sein. Seit 1989 haben amerikanische Wissenschaftler mehr als 200 Experimente gestartet, um die kalte Kernschmelze zu beweisen. Gelungen ist bisher keines – doch die Forscher probieren weiter.

5. Das unergründliche Leben an sich

Kein Wissenschaftler kann erklären, wie aus einer Summe von Elementen ein lebendiges Lebewesen wird. Auf der ganzen Welt versuchen Forscher, aus Molekülen lebende Wesen herzustellen – und ernten dafür heftige Kritik, sie würden Gott spielen. Das grösste aller Rätsel bleibt: Was macht aus einem Haufen Chemie einen Menschen?

6. Die hungrigen Marsmännchen

Seit 1976 die erste Raumfähre auf dem Mars landete, fragen sich die Wissenschaftler, ob es auf dem Planeten Leben gibt. Sie stellten kurz nach der Rückkehr der «Viking» ein Experiment an. Bodenstaub vom Mars mischten sie mit radioaktiven Lebensmitteln – falls danach das Verdauungsgas Methan radioaktiv verseucht entsteht, spricht dies für aktive Kleinstorganismen in dem Staub. Tatsächlich liess sich nach dem Versuch radioaktives Methangas messen. Trotzdem gab die Nasa nie eine offizielle Bestätigung des Lebens auf dem Mars ab, und die Frage bleibt bis heute ungelöst.

7. Der mysteriöse Ausserirdische

37 Sekunden lang verstörte 1977 ein starkes elektromagnetisches Signal einen Empfangssender der Ohio State University. Der Astronom Jerry Ehman, der es hörte, konnte nur noch eines sagen: «Wow...». Der nächste Stern in Richtung des Signals liegt 220 Lichtjahre entfernt, der Ursprung der Strahlung muss also heftig gewesen sein. Was er war, weiss bis heute niemand.

8. Das kolossale Virus

In einem Kühlraum in Marseille bewahren die Forscher einen Virus auf, der 30 Mal so gross ist wie der gewöhnliche Grippevirus. Das Spezielle am sogenannten Mimivirus ist, dass ein Teil seines genetischen Erbmaterials genau gleich aussieht wie das des Menschen. Das passt nicht in die bisherige Evolutionstheorie der Genetiker – und sie versuchen verzweifelt, dem Virus einen Platz in der Geschichte des Lebens auf der Erde zu geben. Bisher ist es ihnen nicht gelungen.

9. Der unausweichliche Tod

Kein Wissenschaftler weiss, wieso der Mensch eigentlich sterben muss. Gemäss einer Theorie soll der Tod von Menschen die Überbevölkerung der Erde verhindern. Er sei also ein Trick der Evolution. Die aber konzentriert sich eigentlich immer auf das einzelne Individuum und macht sich keine Gedanken zum Zustand des gesamten Planeten. Tatsächlich haben Forscher jetzt bei Würmern ein Gen gefunden, das für langes Leben sorgt. Vielleicht überwindet die Evolution also gar den Tod?

10. Der ach so komplizierte Sex

Wissenschaftler von Charles Darwin bis Richard Dawkins haben sich gefragt, wieso Menschen und Tiere überhaupt Sex haben. Seine Gene mithilfe von Selbstklonung weiterzugeben wäre eigentlich viel einfacher – warum also die Evolution sich stattdessen für Sex entschieden hat, ist den Biologen ein Rätsel. Wenn auch eines der angenehmeren.

11. Der unfreie Wille

Das Selbstbild des Menschen basiert auf der Annahme, dass er Entscheidungen trifft und treffen kann. Die Erfahrung, die wir in uns verankern, soll uns auf unseren Wegen lenken. Doch Neurowissenschaftler kommen in den letzten Jahren vermehrt zum Schluss, dass unser Gehirn ganz von alleine reagiert, und uns dabei vorspiegelt, es gäbe so etwas wie ein «Ich». Die Frage, wie frei der Mensch wirklich ist, bleibt unbeantwortet – und eine der wichtigsten, denn sie fragt ebenfalls nach der Fähigkeit des Menschen zu Moral und somit nach seiner Schuldfähigkeit.

12. Der Placebo-Effekt

Dass Pillen manchmal Wirkungen erzielen ohne tatsächlich Wirkstoffe zu enthalten, ist mittlerweile bekannt. Erklären kann den Placebo-Effekt niemand wirklich – möglich sind höchstens Spekulationen über den Einfluss der Psyche und des Bewusstseins auf den Körper. Gefährlich sind die Placebos für die Pharmaindustrie. Bisher wird die Wirkung eines Medikamentes vor allem dadurch definiert, dass es mehr wirkt als ein Placebo. Das Problem dabei: Es wirkt eben nur, wenn man weiss, dass man es nimmt.

13. Die unerklärliche homöopathische Wirkung

Homöopathie verdünnt bestimmte heilende Substanzen so lange, bis von den ursprünglichen Molekülen nichts mehr in der Lösung übrig ist. Trotzdem soll das so entstandene Heilmittel wirken – viele Menschen schwören darauf. Die wissenschaftlichen Beweise sind dünn, aber sie sind vorhanden. Und unerklärlich. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.03.2009, 11:14 Uhr

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59 Kommentare

Rolf Schumacher

02.03.2009, 18:25 Uhr
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Was ist Licht? Was ist Materie und was Energie? Woher kommt ein Gedanke oder eine Idee? Was ist Leben und was der Tod? Wer bin ich? Woher bin ich, wohin gehe ich? Wer sind die anderen? Was ist Zeit? Was ist der Raum? Was ist die Wirkung eines Wortes, einer Idee? Was nehme ich wahr? Was gibt es ausserhalb meiner Wahrnehmung? Was ist Wille? Was ist Ethik? Was Moral? Gibt es überhaupt ein WISSEN? Antworten


Felix Fehr

03.03.2009, 13:04 Uhr
Melden 6 Empfehlung 0

Unsere ganze Wahrnehmung mittels unserer Sinnesorganen beruht einzig und allein auf elektrischen Impulsen, aus welchen unser Gehirn ein Bild der Welt konstruiert. Die Farbe der Blumen, der Geruch eines Bratens, die Familie, das Geld, das Haus, der Beruf und auch die Zeilen dieses Textes sind das Ergebnis von elektrischen Impulsen. Die physikalische Welt wird uns für immer verborgen bleiben. Antworten



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