Wissen
Geheimnisvolle Spinne: Sie rollt wie ein Rad
Aktualisiert am 10.11.2008 16 Kommentare
Professor Ingo Rechenberg.
«Radler»-Spinne.
Der Professor Ingo Rechenberg überlegt jetzt, ob man aus diesem Einrad-Phänomen ein neuartiges Auto etwa für Marsmissionen ableiten könnte, wie die Technische Universität am Montag berichtete.
Der Bioniker Rechenberg fand laut Bericht heraus, dass die Spinne ihre acht Beine zu einem Rad falten kann und dann durch Beinarbeit auf dem Wüstensand einfach davonradelt. Eine ähnlich Spinne gebe es zwar schon im Südwesten Afrikas. Diese Goldene Radspinne könne aber nur Dünen hinabkullern, sich aber nicht «wie motorgetrieben» bewegen.
Seit 25 Jahren forscht Rechenberg an Wüstentieren. Seine Beobachtungen an schlüpfrigen Echsen, die wie durch den Dünensand zu tauchen scheinen, sorgten laut TU bereits für Erkenntnisse für die Forschung an besonders reibungsarmen Oberflächen.
Auf die «Radler»-Spinne stiess er demzufolge erstmals vor vier Jahren. Das nachtaktive Tier wollte dem Forscher am Tage jedoch nichts von seinen Fähigkeiten offenbaren. In diesem Jahr fand er wieder eine, die allerdings Beute eines Skorpions wurde. Für einen Nachweis musste er der Wissenschaftsszene unbedingt ein präpariertes Tier präsentieren. Dies gelang ihm nach langen Nachtwanderungen. Auch ein lebendes Tier brachte der Forscher nach Berlin. Es lebt bei ihm zu Hause.
Der Forscher hat auch eine Erklärung, warum der Sensationsfund erst jetzt gemacht wurde: «Wer rennt schon nachts um drei Uhr mit einem Handscheinwerfer durch die Sahara?» (bru/ap)
Erstellt: 10.11.2008, 18:48 Uhr
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