Wissen

Ist ein Parasit schuld am mysteriösen Bienensterben?

Aktualisiert am 15.04.2009

Hinter dem mysteriösen Massensterben von Honigbienen kann auch ein Parasitenbefall stecken. Das fanden Forscher heraus.

Spanische Forscher zeigten erstmals, dass der Erreger Nosema ceranae den sogenannten Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder, CCD) auslösen kann. Die Behandlung mit einem Antibiotikum rettete die überlebenden Bienen der untersuchten Stöcke.

Das seit einigen Jahren beobachtete Bienensterben geht mit rätselhaften Phänomenen einher: Ausgewachsene Bienen verschwinden spurlos und lassen den Bienenstock samt der Königin, der jungen Bienen und der Brut zurück. Spanische Forscher aus Guadalajara untersuchten nun zwei betroffene Bienenvölker, die Zeichen eines solchen Kollapses zeigten.

Pestizide kaum schuld

Als Ursache fanden sie den Parasiten Nosema ceranae, der bislang nicht als Ursache des Massensterbens galt. Hinweise auf andere Verdächtige wie etwa die Varoa-Milbe oder Pestizide fanden sie dagegen nicht. Die Wissenschaftler behandelten die Bienenstöcke mit einem Antibiotikum und erreichten damit eine komplette Erholung der Bestände, wie sie im Fachblatt «Environmental Microbiology Reports» schreiben.

«Da wir nun wissen, dass ein Parasitenstamm verantwortlich sein könnte, können wir nach Anzeichen von Infektionen suchen und infizierte Kolonien behandeln, bevor sich der Erreger ausbreitet», sagt Studienleiter Mariano Higes vom Centro Apicola Regional in Guadalajara.

Auch wirtschaftliche Folgen

Das Bienensterben ist nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern auch wirtschaftlich bedeutsam. So werden die Tiere etwa in den USA kommerziell zur Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen genutzt. Der Wert dieser landwirtschaftlichen Produkte wird dort auf rund 15 Milliarden Dollar geschätzt. (se/ap)

Erstellt: 15.04.2009, 13:58 Uhr

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!