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Seltener Anblick im Fluss
Von Anke Fossgreen. Aktualisiert am 19.06.2009 1 Kommentar
Der Flussdelfin im Mekong scheint aufmerksam und freundlich in die Kamera zu schauen. Doch seine Augen sind schlecht. Und Grund zur Freude hat er nicht. Eine neue Studie des WWF zeigt, dass nur noch etwa 70 dieser Irrawaddy–Delfine in dem 190 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Kambodscha und Laos leben. Sie sind vom Aussterben bedroht. Diese Gruppe von Flussdelfinen ist an Süsswasser angepasst. Andere Artgenossen dieser Irrawaddy-Delfine mit der kurzen Schnauze und dem Wulst auf der Stirn tummeln sich hingegen im Salzwasser im Indo-Pazifik vor den Küsten Südostasiens.
Den Süsswasser-Delfinen setzen jedoch Umweltgifte stark zu – vor allem Jungtieren. In den letzten fünf Jahren wurden in dem Mekong-Abschnitt 88 Delfinkälber tot aufgefunden. Experten vom WWF vermuten, dass Gifte wie etwa das Pestizid DDT das Immunsystem der Neugeborenen schwächen. Eine Untersuchung der toten Tiere ergab, dass die Säuger an Bakterieninfektionen zugrunde gegangen sind. Hinweise gaben auffällige Blessuren am Hals der Kadaver.
Für die Mekong-Flussdelfine drängt die Zeit. Wir können nicht auf Massnahmen warten, welche die starke Wasserverschmutzung bekämpfen, so der WWF. Die Umweltschutzorganisation plant deshalb, die seltenen Tiere nach der Geburt gegebenenfalls gegen die Krankheitserreger zu impfen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.06.2009, 13:48 Uhr







