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Warum man sich jetzt leicht einen Sonnenbrand holt
Aktualisiert am 07.04.2011 5 Kommentare
Frühling hat es eilig
Der rasante Einzug des Frühlings hat in einigen Gebieten der Schweiz zu einem Vegetationsvorsprung von bis zu drei Wochen geführt. Gleichzeitig ist es vergleichsweise trocken.
Die Entwicklung der Vegetation schreitet mit grossen Schritten voran. Insbesondere das erste Aprilwochenende hat mit den vorangegangenen Niederschlägen wesentlich dazu beigetragen, wie der Internetseite von MeteoSchweiz zu entnehmen ist.
Bei den Lärchen zum Beispiel hat bereits der Nadelaustrieb begonnen - zwei bis knapp drei Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt. Dies könne als «sehr früh» bezeichnet werden, schreibt MeteoSchweiz.
Demgegenüber beträgt der Vorsprung bei den Kirschbäumen nur rund zehn Tage. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dies laut MeteoSchweiz früh, «aber nicht sehr früh». Keinen oder nur einen sehr kleinen Vegetationsvorsprung werde aus dem Tessin und aus dem Genferseegebiet gemeldet.
Da schon der Januar und der Februar meist zu trocken waren und es auch im März und April eher wenig regnete, herrscht in einigen Gebieten der Schweiz derzeit grosse Trockenheit und deshalb auch erhöhte Waldbrandgefahr. Eine Entspannung ist erst nach intensiven Regenfällen zu erwarten. Kurze Regenschauer oder Gewitter vermögen die Frühjahrstrockenheit nicht genügend zu entschärfen. (sda)
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Am Montag, nach dem wunderschönen Wochenende mit viel Sonnenschein, konnte man oft hören: «Ich habe mich verbrannt, dabei war ich gar nicht so lange an der Sonne.» Auch auf der Redaktion von baz.ch/Newsnet klagten Mitarbeiter über gerötete Hautstellen. Schuld daran könnte das Ozonloch sein. Dieses hat nämlich über der Arktis eine Rekordgrösse erreicht. Das könnte bei bestimmten Wetterbedingungen zu mehr Sonnenbränden in Europa führen.
Das Ozonloch über der Arktis könne in den nächsten Wochen auch über Mitteleuropa driften und sich sogar bis zum Mittelmeer erstrecken, sagte der Atmosphärenphysiker Markus Rex vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI).
Den Beobachtungen einer internationalen Forschergruppe zufolge hat das Ozonloch im Norden Europas bereits Südskandinavien erreicht. Eine intakte Ozonschicht schirmt die Erde von ultravioletten Strahlen ab, die Sonnenbrand verursachen und Hautkrebs auslösen können.
Schuld ist der kalte Winter
Die Zerstörung der Ozonschicht über der Arktis ist nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) in diesem Frühjahr so gross wie noch nie. Schuld daran seien Schadstoffe und ein sehr kalter Winter in der Stratosphäre, teilte die WMO in Genf mit.
Messungen hätten ergeben, dass die Ozonmenge über der Arktis von Ende des Winters bis Ende März um etwa 40 Prozent zurückgegangen sei, heisst es in der Mitteilung der UNO-Organisation. Eine solch grosse Zerstörung der Ozonschicht habe es über der Arktis noch nie gegeben, schreibt die WMO. Man habe aber mit ihr gerechnet, weil ein sehr kalter Winter in der Stratosphäre – der Schicht auf 15 bis 50 Kilometern über der Erdoberfläche – prognostiziert worden war.
Innert wenigen Minuten Sonnenbrand
Nach AWI-Angaben haben sich die ozonarmen Luftschichten in der vergangenen Woche etwa vom Nordpol bis nach Südskandinavien erstreckt. Dies habe dort an sonnigen Tagen zu erhöhter ultravioletter Strahlung geführt.
In den kommenden Tagen seien Teile Russlands betroffen. Aktuell bewege sich das Loch von Südskandinavien ostwärts in Richtung Russland, könne aber in den nächsten Tagen auch Richtung Mitteleuropa driften und sogar den Mittelmeerraum erreichen.
Innert Minuten die Haut verbrannt
Die unter dem Ozonloch zu erwartende UV-Strahlung entspreche in etwa der normalen Belastung im Hochsommer, sagte Rex. «Das Problem ist, dass die meisten Menschen so früh im Jahr noch nicht mit einem schnell auftretenden Sonnenbrand rechnen.» Empfindliche Menschen könnten binnen weniger Minuten Sonnenbrand bekommen.
Auslöser für das Schwinden der Ozon-Schicht sind Abbauprodukte von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die sich in Verbindung mit grosser Kälte zu ozonzerstörenden Substanzen entwickeln. FCKW sind seit mehr als 20 Jahren weltweit verboten. Der Abbau der als Treibgas und Kühlmittel eingesetzten Chemikalien in der Atmosphäre dauert allerdings Jahrzehnte. (bru/sda)
Erstellt: 07.04.2011, 11:00 Uhr
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