Da ist ein Wurm drin

Jahrhundertelang wurde über seine Existenz nur gerätselt, jetzt ist sein schauriges Antlitz das erste Mal gesichtet worden – Vorhang auf für den bizarren Riesen-Schiffswurm.

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Eine tierische Neuentdeckung respektive Erstsichtung sorgt in der Fachwelt für Furore: Kuphus polythalamia, seines Zeichens Riesen-Schiffswurm und scheuer Schlammbewohner philippinischer Gewässer, konnte jetzt – mehrere hundert Jahre nach seiner ersten dokumentierten Erwähnung – endlich lebend von einem internationalen Forscherteam beobachtet werden.

«Mysteriöses Weichtier»: Forscher untersuchen erstmals einen Riesen-Schiffswurm. (Video: Marvin Altamia)

Bei Normalbürgern sorgt der bis zu anderthalb Meter lange Mollusk allerdings eher für entsetzte Blicke, wirkt die bizarre, grau bis pink changierende und fleischige Kreatur doch eher wie einem Horrorfilm entsprungen. Was diesen Meeresbewohner so besonders macht, darüber berichtet das renommierte Journal «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS).

Biologe und Co-Autor Dan Distel ist ganz begeistert über den Sensationsfund: «Wir wussten bisher nur, dass sie existieren und haben es mit einem sehr geheimnisvollen Organismus zu tun.»

Aufenthaltsort: Streng geheim

Der mysteriöse Wurm, der laut seinen Entdeckern biologisch allerdings mehr mit einer Muschel gemein hat, macht es sich gern in einer selbstgebauten, langen Kalkröhre gemütlich. Er lebt bevorzugt in flachen Meeres-Lagunen voller verrottendem Holz. Dass es dort – für menschliche Nasen eher unschön – nach faulen Eiern riecht, stört Kuphus polythalamia überhaupt nicht, ernährt er sich doch ausschliesslich von in diesen Gewässern heimischen Schwefelwasserstoff-Bakterien.

Auf die Schliche kamen die Forscher dem Tier dank eines philippinischen TV-Berichts über eine Lagune in der Region. Zwar waren Hüllen des Schiffswurms bereits vor Jahrhunderten entdeckt worden, doch einen ihrer Bewohner hatte nie ein Wissenschaftler zu Gesicht bekommen. Den Fundort des Tieres halten die Forscher streng geheim – aus Angst, der seltene Wurm könnte von angelockten Muschel-Sammlern aufgeschreckt werden.

(jdr)

Erstellt: 18.04.2017, 14:16 Uhr

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