Riesiger Eisberg hat sich von der Antarktis gelöst

Ein Eisberg, der ungefähr so gross wie der Kanton Bern ist, hat sich vom Larsen-C-Schelfeis vollständig gelöst.

Der Riss im Larsen-C-Schelfeis auf einem Archivbild vom vergangenen November.

Der Riss im Larsen-C-Schelfeis auf einem Archivbild vom vergangenen November. Bild: Reuters

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Einer der grössten jemals gesichteten Eisberge hat sich von der Antarktis gelöst. Der etwa eine Billion Tonnen schwere und etwa 5800 Quadratkilometer grosse Eisberg sei von dem Eisschelf Larsen C abgebrochen, teilten Wissenschaftler der britischen Universität von Swansea heute mit. Die Ablösung der Eismassen könnte das Eisschelf Larsen C destabilisieren, wodurch ein deutlicher Anstieg des weltweiten Meeresspiegels drohen könnte.

Bereits Anfang Juni hatten die Forscher vor einer Ablösung des Eisbergs gewarnt. Dadurch allein sei kein Anstieg des Meeresanstiegs zu befürchten, erklärten die Wissenschaftler damals. Die Ablösung der Eismassen könne aber Larsen C destabilisieren und zum Einsturz bringen. Dadurch würden riesige Wassermassen freigesetzt. Wenn alle von Larsen C aufgefangenen Gletscher ins Meer flössen, würde der weltweite Meeresspiegel um etwa zehn Zentimeter steigen, warnten die Forscher. Durch das Abbrechen des Eisberges, der voraussichtlich den Namen A68 erhalten soll, verringerte sich die Fläche von Larsen C den Forschern zufolge um ein Zehntel. Larsen C ist das nördlichste und grösste Eisschelf der Antarktis.

Zwei keinere Eisschelfe an der östlichen Seite der Antarktis sind bereits kollabiert: 1995 ging Larsen A verloren, sieben Jahre später Larsen B. Die Antarktis ist besonders stark vom Klimawandel betroffen: Sie zählt zu den sich am schnellsten erwärmenden Gebieten unseres Planeten.

Eisberg-Giganten aus jüngerer Zeit

Die abgebrochene Eismasse zählt mit rund 6000 Quadratkilometern zu den grössten registrierten Eisbergen. Solche Abbrüche sind nicht ungewöhnlich. Immer wieder lösen sich gigantische Eisberge vom Schelfeis – jenen schwimmenden Eismassen, die mit Gletschern verbunden sind. Einige Beispiele:

  • Der grösste durch Satellitenerkundung erfasste Koloss löste sich im März 2000 vom antarktischen Ross-Schelfeis. B15 – so der Name – war ursprünglich 11'600 Quadratkilometer gross. Das entspricht gut der vierfachen Grösse des Saarlands. Vom ihm brach später der Eisberg B15A ab, der 2005 noch mehr als 2500 Quadratkilometer mass.
  • Ein anderer Gigant brach 2002 ebenfalls vom Ross-Schelfeis ab. Der C19 getaufte Eisberg war mehr als 6000 Quadratkilometer gross.
  • Im selben Jahr brach vom Thwaites-Gletscher in der Westantarktis ein riesiger Eisklotz ab. B22 bedeckte eine Fläche von etwa 5500 Quadratkilometern.
  • Anfang 2010 löste sich vom Mertz-Gletscher im australischen Antarktis-Gebiet der Eisberg C28 mit einer Fläche von mehr als 2500 Quadratkilometern. Zuvor war ein anderer Eisriese ein Bruchstück des 1987 entstandenen, damals etwa 5400 Quadratkilometer grossen B9 – gegen die Gletscherzunge gekracht.
(nag)

Erstellt: 12.07.2017, 12:29 Uhr

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