Ältester Atomreaktor der Schweiz steht vor aufwändigem Rückbau

Der mit waffenfähigem Uran betriebene Atomreaktor der Universität Basel hat ausgedient: Die Stadt hat für seinen Rückbau Rückstellungen von zehn Millionen Franken vorgenommen.

Steht seit 1959 im Keller des Departements für Physik: Der mit Uran betriebene Atomreaktor AGN-211-P. Bild: cc, Patrick Tschudin (25. Juli 2008)

Steht seit 1959 im Keller des Departements für Physik: Der mit Uran betriebene Atomreaktor AGN-211-P. Bild: cc, Patrick Tschudin (25. Juli 2008)

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Mitten in der Stadt Basel steht ein mit Uran betriebener Atomreaktor. Seit Ende 2013 steht der Reaktor jedoch still und nun soll er zurückgebaut werden.

Erworben hatte die Universität Basel den Reaktor zu Forschungszwecken 1959 mit der Unterstützung des Bundes. Zuvor stand er an der Weltausstellung unter dem Atomium in Brüssel.

Import aus Brüssel: Der Reaktor AGN-211-P befand sich 1958 unter dem Atomium. Bild: cc, H. Krumnack (1958)

Matthias Geering, Mediensprecher der Universität Basel, zeigt sich äusserst zurückhaltend, wenn es um den Rückbau des Atomreaktors geht.

Der Reaktor wurde mit hoch angereichertem Uran betrieben. Rund zwei Kilogramm davon sollen noch in Basel liegen. Für den Rückbau werde mit einer mehrjährigen Bauzeit gerechnet, sagte Geering.

Der Rückbau beginne frühestens Ende 2015. Ursprünglich war geplant, diesen bis ins nächste Jahr abzuschliessen. Für den Rückbau hat die Basler Regierung nun Rückstellungen von zehn Millionen Franken gebildet. Das waffenfähige Uran sollte in die USA zurückgebracht werden, von wo es auch stammt. Die Amerikaner waren bereit, das Material bis 2016 zurückzunehmen.

Wohin das Uran gebracht wird, wollte Geering nicht sagen. Die Detailplanung starte erst jetzt, begründet er die Zurückhaltung. Informationen kündigte er für einen späteren Zeitpunkt an.

Leistung eines Tauchsieders

Selbst das Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI weiss noch nichts von einem Rückbau. Es sei noch kein Stilllegungsprojekt zur Beurteilung eingereicht worden, teilte die Aufsichtsbehörde über die Kernanlagen in der Schweiz auf Anfrage mit.

Die Kosten von zehn Millionen Franken basieren auf einer Schätzung der Universität. Die Basler Regierung übernehme diese Ausgaben für den Rückbau des Reaktors, weil er zu einer Zeit installiert wurde, als die Universität noch vom Kanton Basel-Stadt alleine getragen wurde, sagte Geering. Zudem besitze der Kanton die Liegenschaft, in der das Gerät steht.

Der Reaktor sorgte schon mehrfach für Unruhe. Parlamentarier stellten vor drei Jahren Fragen zur Sicherheit des Geräts. In ihrer Antwort schrieb die Basler Regierung im Mai 2011, die Anlage sei ein Nullenergiereaktor mit einer Höchstleistung von zwei Kilowatt. Dies entspreche der Leistung eines Tauchsieders.

Wegen dieser geringen Leistung haben die Brennstäbe eine Lebensdauer von mehreren 100 Jahren. Deshalb hätten sich die USA bereit erklärt, das Material zurückzunehmen. Laut Regierung könnten die Brennstäbe auch im Bundeszwischenlager BZL gelagert werden. (pst/sda)

Erstellt: 10.04.2015, 17:21 Uhr

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