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Das Geschoss, das den Bären Finn stoppte
Von Barbara Reye. Aktualisiert am 25.11.2009
Der am Samstag im Berner Bärenpark zur Rettung eines 25-jährigen Mannes angeschossene Bär hat sich den Umständen entsprechend gut erholt. Zum Gesundheitszustand des vom Bären verletzten Mannes waren gestern hingegen keine Informationen erhältlich. Bernd Schildger, Direktor des Tierparks Dählhölzli, hält in einer Medienmitteilung fest, dass die Entscheidung des Polizisten vor Ort in einer lebensbedrohlichen Notfallsituation ein Menschenleben gerettet habe und richtig gewesen sei.
Nach Angaben der Berner Kantonspolizei wurde bei dem Vorfall leicht deformierbare Dienstmunition der Polizei benutzt. Sie wird schweizweit eingesetzt. Das Projektil besteht dabei entweder aus Messing oder einer anderen Kupferlegierung und ist ein Vollgeschoss mit einem Kaliber von 9 Millimetern. Durch den Druck des Aufpralls öffnet sich an der Spitze der Rand des Projektils, sodass es sich etwas pilzartig verformt.
Geringere Durchschlagskraft
«Generell führen die neu eingeführten Geschosse zu etwas stärkeren Verletzungen als die früheren Vollmantelgeschosse mit Bleikern und Stahlmantel», sagt Beat Kneubühl, Leiter der forensischen Physik an der Universität Bern. Doch die alte Munition habe eine so grosse Durchschlagskraft gehabt, dass bei einem einzigen Schuss bis zu drei Personen hätten verletzt werden können. Und dies sei unverantwortlich.
Laut der Kapo Bern wurde beim Schuss auf den Bären keine völkerrechtlich verbotene Munition, sogenannte Dumdum-Geschosse, eingesetzt. Diese hat ein sechsmal höheres Verletzungspotenzial als die verwendete Pistolenmunition, deren Projektil sich nach dem Eindringen nur leicht deformiert. Dumdum-Geschosse sind Teilmantelgeschosse aus Blei und Kupferlegierungen, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 Meter pro Sekunde abgefeuert werden. Die neuen Polizeigeschosse erreichen 400 Meter pro Sekunde. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.11.2009, 04:00 Uhr
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