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«Dubai ist noch etwas stärker als Basel ein Erdbebengebiet»
Von Barbara Reye. Aktualisiert am 05.01.2010
Thomas Vogel ist seit 1995 ordentlicher Professor am Institut für Baustatik und Konstruktion an der ETH Zürich.
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Herr Vogel, gibt es bei Bauwerken Grenzen nach oben?
Bisher waren die höchsten Gebäude knapp über 500 Meter hoch, wie der Taipei 101 in Taiwan. Der Turm in Dubai stellt mit 828 Metern alles andere in den Schatten. Erst die Erfahrungen zeigen, ob die Rekorde sich auch bewähren. Denn ab einer gewissen Höhe hat man praktisch nur noch Leitungen und Liftschächte. Zudem werden irgendwann die Wände in den unteren Stockwerken so dick, dass man den Turm nicht mehr nutzen kann. Es macht also keinen Sinn mehr.
In den oberen Stockwerken im Burj Khalifa kann man wegen des starken Windes keine Fenster öffnen. Gibt es weitere Gefahren?
Dubai ist noch etwas stärker als Basel ein Erdbebengebiet. Doch die Höhe des Gebäudes ist hier nicht so relevant. Höchstens oben für die Antenne spielt es noch eine Rolle. Viel eher kann es durch heftigen Wind ins Schwingen geraten. Deshalb hat das neue Hochhaus als Grundriss auch die Form eines Ypsilons. Auf diese Weise lassen sich die Wirbel des Windes minimieren. Wie gravierend solche Turbulenzen für ein Bauwerk tatsächlich sein können, zeigte 1940 der Einsturz der Tacoma-Narrows-Brücke im US-Bundesstaat Washington.
Braucht man andere Materialien als üblich, damit ein Hochhaus mit rund 200 Stockwerken dem hohen Druck standhalten kann?
Noch vor 40 Jahren hat man die höchsten Gebäude als reine Stahlkonstruktionen gebaut, wie etwa die amerikanischen Twin-Towers. Heute macht man fast alles mit hochwertigem Beton. In dem Turm von Dubai wurden mehr als 300'000 Kubikmeter Beton verbaut, der allerdings auch Stahl enthält. Das Material muss dabei enorme Lasten tragen. Allein das leere Gebäude macht rund 750'000 Tonnen aus. Das entspricht dem Gewicht von etwa 10'000 Lokomotiven.
Zu Spitzenzeiten sollen mehr als 12'000 Arbeiter auf der Baustelle gewesen sein. Eine logistische Meisterleistung auf mehreren Ebenen.
Das kann man wohl sagen. Die Bauzeit hat 3,5 Jahre gedauert. Um Zeit zu sparen, baut man heute gleichzeitig auf verschiedenen Stockwerken. Oben wird noch betoniert und unten bereits ausgebaut. Dies kann man auch am Prime Tower in Zürich beobachten, der mit 126 Metern dann das höchste Gebäude der Schweiz sein wird. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.01.2010, 07:05 Uhr





