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Forscher warnen vor Gefahr durch Sonnenstürme

Ein extremer geomagnetischer Sturm infolge von Eruptionen auf der Sonne könnte laut einer Studie im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde Nasa katastrophale Folgen haben.

Eine der stärksten Eruptionen der vergangenen 30 Jahre: Satellitenaufnahme vom 5. Dezember 2006.

Eine der stärksten Eruptionen der vergangenen 30 Jahre: Satellitenaufnahme vom 5. Dezember 2006.
Bild: NOAA / Nasa

Fachleute mehrerer Forschungsinstitutionen haben in der Untersuchung für den Fall einer seltenen «Super-Eruption» ein Negativszenario entwickelt. Zwar sind solche Ereignisse in der Geschichte bislang sehr selten aufgetreten, so die Wissenschaftler, doch die Folgen für die weltweit vernetzte Hightech-Zivilisation könnten dramatische Ausmasse annehmen – bis zu einem flächendeckenden Ausfall von Strom- und Wasserversorgung.

Vernetzung der Stromversorgung als Problem

Die Probleme würden laut dem Szenario bei den Stromnetzen beginnen. «Elektrizität ist der technologische Eckpfeiler moderner Gesellschaften, von dem praktisch alle anderen Infrastrukturen abhängen», zitiert die Nasa auf ihrer Webseite aus dem 132-seitigen Bericht. «Vagabundierende Ströme» in Bodennähe durch einen geomagnetischen Sturm könnten demnach tatsächlich die Kupfer-Wicklungen in Transformatoren in zahlreichen Verteilstationen zum Schmelzen bringen. Lang hingezogene Hochspannungsleitungen würden die Ladungen – ähnlich wie Antennen Funksignale – aufnehmen und über weite Strecken verteilen.

Ein Stromausfall infolge einer Sonneneruption in jüngerer Zeit betraf im März 1989 die Region um Montroel, wo die Versorgung für neun Stunden ausfiel. Seither, so warnen die Verfasser der Studie, sind die Netze durch die internationale Kooperation der Stromversorger weiträumiger verknüpft – mit der Folge, dass es zu kaskadenartigen Ausfällen kommen könnte.

Dramatische Folgen nicht ausgeschlossen

Um deren Ausmass zu kalkulieren, legten die Wissenschaftler ihren Berechnungen einen gewaltigen geomagnetischen Sturm im Mai des Jahres 1921 zugrunde. Ein solches Ereignis könnte heutzutage die Stromversorgung von 130 Millionen Menschen beenden. In wenigen Stunden, so der Bericht, wäre «die Wasserversorgung gefährdet; verderbliche Nahrungsmittel und Medikamente innerhalb von 12 bis 24 Stunden; dann Ausfall von Heizung und Klimaanlagen, Abwasserentsorgung, Telefonnetzen, Treibstofflieferungen und so weiter.»

Falls ein Ereignis wie der bislang stärkste geomagnetische Sturm im Jahre 1859 auftreten würde, wären - so die Nasa - die Folgen laut dem Bericht kaum mehr absehbar: Neben Stromausfällen wäre der Betrieb von Radiosendern betroffen, ausserdem die Funktion der Satelliten, in der Folge die Telekommunikation und GPS-Systeme, Computernetze von Banken und auch das Transportwesen. Zwar wären Radiosender und GPS-Navigation in Kürze wieder verfügbar, doch tonnenschwere Transformatoren könnten erst in Wochen oder Monaten repariert werden.

Investitionen in bessere Prognosen empfohlen

Um solche Milliardenschäden zu vermeiden, raten die Fachleute, die Infrastrukturen auf geomagnetische Stürme auszurichten, die Übertragungscodes- und frequenzen von GPS-Systemen zu verbessern – und an der Vorhersage des «Weltraumwetters» zu arbeiten. Dann bei glaubwürdigen, frühzeitigen Warnungen, so der Bericht, könnten Stromnetze noch entkoppelt und wichtige Infrastrukturen geschützt werden, um das Ausmass der Schäden zu verringern. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.01.2009, 11:10 Uhr

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