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Gelang der Ritt auf der Schockwelle?

Aktualisiert am 15.08.2012 23 Kommentare

Die US-Luftwaffe erprobt einen Jet, der schneller als 6000 km/h fliegen soll. Das Ziel: Sie will jeden Punkt der Erde innert Minuten erreichen können. Über das jüngste Testresultat des Waveriders hüllt sie sich in Schweigen.

1/6 Die USA wollen ihre Militärmacht ausbauen: Der X-51A Waverider unter einem B-52-Bomber.
Bild: Keystone

   

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Sechsmal schneller als der Schall: Der Scramjet-Antrieb soll der Waverider den nötigen Schub verleihen. (Video: U.S. Air Force)

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Die USA haben gestern einen neuen Versuch gestartet, einen Flugkörper mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit zu testen. Die Luftwaffe bestätigte, dass ein B-52-Bomber mit dem unbemannten, von Boeing entwickelten Typ X-51 Waverider vom kalifornischen Stützpunkt Edwards gestartet und in Richtung Pazifik geflogen sei. Ingenieure hoffen, dass X-51 für fünf Minuten mehr als 6000 km/h erreichen wird. Sie wollen ein Flugzeug entwickeln, das innerhalb weniger Minuten jeden Punkt auf der Erde erreichen kann.

Einen Tag nach den Tests ist allerdings immer noch nicht bekannt, ob diese erfolgreich verlaufen sind. Die US-Luftwaffe hat keine neuen Informationen zum Projekt herausgegeben. «Spiegel Online» spricht in diesem Zusammenhang denn auch vom «Rätsel um den Flug des Hyperschall-Geschosses».

Die kühne Vision des US-Militärs

Bei einer Reise mit 6000 km/h wäre es mit dem Waverider möglich, die Strecke von New York nach London in nur einer Stunde zurückzulegen. Davon sind die USA allerdings noch weit entfernt, denn dazu müsste der Jet die hohe Geschwindigkeit über längere Zeit beibehalten können. Auch an den Transport von Passagieren ist noch nicht zu denken.

Auf lange Sicht aber könnten die Tests dazu führen, dass nach dem Ende der Concorde ein neues Passagierflugzeug entwickelt werden kann, das mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs ist. Auch das US-Militär und die Raumfahrt erhoffen sich, mithilfe der Testresultate schnellere Flugkörper entwickeln zu können.

Auf den eigenen Schockwellen reiten

Möglich wird die sechsfache Schallgeschwindigkeit laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals «Washington Post», indem der Waverider den Druck seiner eigenen Schockwelle ausnutzt – daher auch der Name. Oder, wie ein Bericht von «Zeit online» ausführt: Der Jet reitet auf den durch seine hohe Geschwindigkeit erzeugten Schockwellen und beschleunigt dadurch noch schneller.

Dazu muss der Jet zunächst in die Luft gebracht und angeschoben werden. Beim aktuellen Test geschah dies durch einen B-52-Bomber der amerikanischen Luftwaffe. Auf 15'000 Metern Höhe sollte sich der Waverider ausklinken und sich mithilfe einer Rakete selbständig noch weiter beschleunigen. Zum Einsatz kommt dann der sogenannte Scramjet-Antrieb, auch Staustrahltriebwerk genannt: Die an der Vorderseite des Jets eintretende Luft soll sich im Innern von allein extrem stark verdichten, der in diesem Luftstrom gezündete Treibstoff würde dem Flugkörper dann weiter Vortrieb geben, wie die «Zeit» erläutert, «bis zur Leistungsgrenze». Im Grunde funktioniere das Ganze wie eine sich selbst beschleunigende Düse – im Gegensatz zu herkömmlichen Düsentriebwerken, deren Leistungsgrad mit zunehmender Geschwindigkeit abnimmt.

Das Staustrahltriebwerk wurde im aktuellen Test auf 20'000 Metern Höhe über der Mojave-Wüste in Kalifornien gezündet. Nach dem Test sollte sich der Jet selbstständig im Pazifik versenken.

Schallmauer schon mehrmals überwunden

Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Luftwaffe ein Flugzeug testet, welches die Schallmauer mehrfach überwinden soll. Das frühere Modell X-43 hat laut Berichten bereits 2004 eine Geschwindigkeit von rund 11'000 km/h erreicht. Im vergangenen Jahr stürzte ausserdem eine X-51 nach einem Test ins Meer. Sie soll davor eine Geschwindigkeit von immerhin rund 5000 km/h erreicht haben, wie die BBC berichtet.

Es wäre darum ein herber Rückschlag, sollte sich herausstellen, dass der aktuelle Testflug nicht erfolgreich war. Denn laut «Spiegel online» könnte dies nach Ansicht von Experten durchaus das Ende des Projekts bedeuten. ___________________________________________

Von Machzahlen zu Überschallflügen

Schneller als der Schall – das gehörte lange nur zum Traum vom Fliegen. Inzwischen testen US-Militärs ein Fluggerät, das die sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen soll. Das sind rund 7000 km/h. Zahlen und Fakten zu Überschallflügen:

SCHALLGESCHWINDIGKEIT: Sie bezeichnet das Tempo, mit dem sich Schallwellen ausbreiten – abhängig von Druck, Dichte und Temperatur. In der Luft beträgt sie bei 20 Grad Celsius in der Regel 343 Meter pro Sekunde oder knapp 1235 km/h.

MACHZAHL: Sie beschreibt das Verhältnis der Geschwindigkeit eines Objekts zur Schallgeschwindigkeit. In der Luftfahrt dient sie als Masseinheit zur Angabe der Fluggeschwindigkeit. Benannt ist sie nach dem österreichischen Physiker und Philosophen Ernst Mach. Er hatte die theoretischen Grundlagen für die Überschallgeschwindigkeit im 19. Jahrhundert erforscht und beschrieben.

SCHALLMAUER: Bewegt sich ein Flugzeug schneller als der Schall, überholt es die eigenen Druckwellen (Schockwelle). Das ist als Überschallknall weit zu hören. Die Schallmauer variiert nach Höhe und Temperatur.

ÜBERSCHALLGESCHWINDIGKEIT: Sie erreichen zum Beispiel Flugzeuge, wenn sie sich schneller bewegen als der Schall. Mit dem Düsenflugzeug Bell X-1 durchbrach der US-Pilot Charles Yeager 1947 zum ersten Mal die Schallmauer, auch Mach-1 genannt. In 12'800 Metern erreichte er über der kalifornischen Mojave-Wüste eine Geschwindigkeit von 1078 km/h oder 1,015 Mach.

CONCORDE: Einziger Überschalljet der zivilen Luftfahrt war die Concorde. Der schnittige Flieger war mit 2,2-facher Schallgeschwindigkeit unterwegs und brauchte für den Flug über den Atlantik von Europa nach New York nur rund dreieinhalb Stunden. Im Juli 2000 gab es dem Start in Paris den schwersten Unfall der Concorde-Geschichte. Beim Absturz einer Maschine starben 113 Menschen. Ihren letzten Flug mit zahlenden Passagieren absolvierte die Concorde im Oktober 2003, danach wurden die Flüge aus Kostengründen eingestellt. (fko/dapd)

Erstellt: 15.08.2012, 15:52 Uhr

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23 Kommentare

Astrid Meyer

15.08.2012, 16:30 Uhr
Melden 55 Empfehlung 0

Wie würde es dem Planeten gut gehen, wenn all diese Energie, Manpower und Geld zur Bewältigung der tatsächlichen Probleme der Menschheit eingesetzt würde, anstatt für immer neue militärische Spielzeuge verschwendet! Antworten


Peter Müller

15.08.2012, 17:14 Uhr
Melden 29 Empfehlung 0

Und wir diskutieren über Gripen... Antworten



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