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Grossstudie zur Gefahr von Handys enttäuscht auf ganzer Linie
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«Die Ergebnisse erlauben wirklich nicht den Schluss, dass von der Handy-Nutzung ein Risiko ausgeht», sagte Christopher Wild, der Direktor der Internationalen Behörde für Krebsforschung (IARC) der WHO. Für eine Entwarnung sei es aber auch zu früh. «Es wäre voreilig zu sagen, dass mit der Handy-Nutzung kein Risiko verbunden ist.»
Die Ergebnisse der Grossstudie waren mit Spannung erwartet worden - sowohl von Handy-Firmen als auch von Interessensgruppen, die in Mobiltelefonen eine Ursache von Hirntumoren vermuten. Die Forscher mussten nun einräumen, dass ihre Untersuchung eine klare Antwort schuldig bleibt.
Veraltete Gewohnheiten
In die im Jahr 2000 gestartete, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegebene Studie sind die Daten von fast 13'000 Handy-Nutzern aus 13 Ländern eingeflossen. Ein Problem der Untersuchung war aber, dass vor zehn Jahren die Handy-Nutzung noch deutlich geringer war als heute.
Selbst die intensiven Mobiltelefonierer in der Studie hatten ihr Handy im Schnitt nur eine halbe Stunde pro Tag am Ohr. Inzwischen nutzen laut den Forschern gerade junge Leute ihr Handy täglich eine Stunde oder mehr. Allerdings seien moderne Handys strahlungsärmer, es werde mehr über SMS kommuniziert und es würden eher Headsets benutzt.
Eine weitere Schwäche der Untersuchung sei, dass die Teilnehmer - eine Gruppe von Personen mit Hirntumoren und eine Kontrollgruppe Gesunder - im Nachhinein nach ihren Telefongewohnheiten befragt wurden. Daraus könnten Ungenauigkeiten resultieren, weil die Probanden sich irrten, räumten die Forscher ein.
Widersprüchliche Ergebnisse
Entgegen den weitläufigen Erwartungen kam bei der Studie heraus, dass Handy-Nutzer eher ein geringeres Hirnkrebs-Risiko hatten, als Personen, die nie ein Mobiltelefon benutzt hatten. «Wir können aber nicht einfach ausschliessen, dass es keine Auswirkungen gibt», sagte die Forschungsleiterin Elisabeth Cardis.
Andererseits zeigten die Ergebnisse nämlich auch, dass Handy- Telefonieren über sehr lange Zeit das Erkrankungsrisiko leicht erhöhen könnte. Dieses Resultat gilt jedoch ebenfalls als unsicher. Europäische Forscher starteten kürzlich eine neue Studie, die mindestens eine Viertel Million Menschen in fünf europäischen Ländern nach ihrer gegenwärtigen Handy-Nutzung befragen soll.
Krebsliga: Vorsorgliche Empfehlungen
Weitere Forschungsarbeiten seien nötig, schreiben auch die Forschungsstiftung Mobilkommunikation und die Krebsliga Schweiz in einer gemeinsamen Reaktion. Aufgrund der unklaren Ergebnisse empfehlen die beiden Organisationen nach wie vor, die Strahlenbelastung durch einfache Massnahmen vorsorglich niedrig zu halten.
Die beiden wichtigsten Massnahmen sind: Während des Telefonierens eine Freisprecheinrichtung benutzen und wenn möglich ein immissionsarmes Mobiltelefon verwenden. (bru/sda/)
Erstellt: 17.05.2010, 20:38 Uhr



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