Höhere Flugsicherheit dank neuer Software

Die Swiss testet ein neues Computersystem. Damit können Piloten Treibstoff sparen und gefährliche Situationen entschärfen.

Eine neue Software hilft den Piloten, die sich in der Nähe befindenden Flugzeuge zu erkennen.
Video: SRF

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Ein mögliches Szenario über den Wolken: Plötzlich gerät der Airbus, der von Zürich Kurs auf New York genommen hat, in starke Turbulenzen. Nur kurz zuvor hatten sich die Piloten bei der zuständigen Flugsicherung gemeldet und dem Lotsen ihre Koordinaten angegeben. Die Cockpit-Crew muss sofort reagieren, lange kann sie die Maschine nicht auf dieser Flughöhe halten.

Ein Absinken muss aber ein Fluglotse absegnen. Nur er weiss, ob dies der übrige Luftverkehr zulässt. Das eingebaute Kollisionswarnsystem zeigt den Piloten lediglich an, wie gross die Distanz zu den anderen Maschinen ist. Wertvolle Minuten gehen verloren.

Dies soll in Zukunft nicht mehr passieren: Eurocontrol, eine für die Koordination der Luftverkehrskontrolle in Europa verantwortliche Organisation, hat eine neue Flugzeugsoftware entwickelt. Als erste von fünf Fluggesellschaften hat die Swiss drei ihrer Airbusse A330 damit ausgerüstet und ist damit Teil des europäischen Pionierprojektes. Das Airborne Traffic Situational Awareness (ATSAW) soll unter anderem derartige riskante Situationen entschärfen.

Mit 200 Kilogramm weniger Treibstoff nach New York

«Mit dem neuen System sehen wir auf den ersten Blick, in welche Richtung sich die anderen Flugzeuge bewegen», sagt Swiss-Captain Marcel Högger. Er hat mit ATSAW bereits erste Erfahrungen gesammelt. «Geraten wir in Turbulenzen, können wir damit sofort reagieren.» Denn das System zeigt der Cockpit-Crew nicht nur den Abstand zu anderen Fliegern, sondern auch ihre Flughöhe, Geschwindigkeit sowie ihre Sink- oder Steigrate an. So können Flugzeuge, die mit diesem System ausgerüstet sind, während eines gewissen Zeitraums mit bedeutend kleineren Abständen zu anderen Maschinen fliegen.

ATSAW soll den Airlines aber auch beim Sparen helfen. Auf einem Flug von Zürich nach New York beispielsweise könne laut Högger 100 bis 200 Kilogramm Treibstoff eingespart werden. Die Piloten versuchten immer, eine optimale Flugroute zu fliegen. Sie versuchten, mit zunehmender Flugdauer und abnehmendem Treibstoffgewicht, höher aufzusteigen, denn höhere Fluglagen fordern weniger Kerosin. Das neue System biete dem Piloten eine bessere Übersicht und erlaube bei solchen Manövern kleinere Abstände zu den umliegenden Maschinen.

Mit den Informationen, welche die neue Software liefert, können die Piloten abschätzen, während welcher Zeitdauer sie angesichts des aktuellen Verkehrsaufkommens ihr Steigmanöver ausführen können oder wann es soweit sein dürfte. «Die Verantwortung für die Freigabe bleibt natürlich beim zuständigen Fluglotsen, schliesslich könnten auch Militärflieger in der Gegend sein», hält Högger fest. Die Piloten können so aber bereits im Voraus erkennen, wie es um ihre Chancen für einen Aufstieg steht.

Investition in die Flugsicherheit

Vorderhand testet die Swiss das System in drei A330. Die Ergebnisse werden im Anschluss gemeinsam mit Eurocontrol ausgewertet, um den kommerziellen Betrieb zu prüfen. Die Fluggesellschaft erklärt, dass sie mit der Teilnahme an diesem Pilotprojekt in die Flugsicherheit investiere. «Ausserdem wollen wir damit prüfen, wie wir die Flugeffizienz verbessern und die CO2-Emissionen reduzieren können.»

Das Schweizer Fernsehen hat zum System Airborne Traffic Situational Awareness (ATSAW) einen Beitrag erstellt. Er wird im Rahmen der Sendung Einstein heute, 29. März um 21 Uhr ausgestrahlt. (baz.ch/Newsnet)

(Erstellt: 29.03.2012, 13:56 Uhr)

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Die Fluggesellschaft befördert mit ihren 89 Flugzeugen jährlich an die 15 Millionen Personen an 72 Destination in 38 Ländern. Täglich führt die Swiss mehr als 400 Flüge durch und beschäftigt 7500 Angestellte. Die Airline ist Teil des Lufthansa-Konzerns. (pia)

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