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PackBot, Talon und Sword sind die besseren Soldaten

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 21.07.2010 11 Kommentare

In den Armeen dieser Welt zeichnet sich eine Revolution ab: Bald kämpfen nicht mehr Menschen gegeneinander, sondern Maschinen. Bereits sind PackBot, Talon, Sword, Predator, Raptor und Raven im Einsatz.

1/8 Maschinengewehr auf Raupen: Sword.

   

«Vielleicht sollten wir uns als Gesellschaft mehr darum kümmern, was in der Welt der Sciencefiction abgeht», stellt Peter W. Singer fest. Der Mann weiss, wovon er spricht. Singer ist Direktor der renommierten Denkfabrik Brookings Institutions in Washington und einer der führenden Militärexperten der Gegenwart. So berät er unter anderem das Pentagon und das CIA. Er hat auch mehrere aufsehenerregende Bücher über die Entwicklung des Militärwesens veröffentlicht, darunter «Corporate Warrior», das sich mit der zunehmenden Privatisierung des Kriegs befasst.

Das jüngste Buch von P.W. Singer trägt den Titel «Wired for War» («Für den Krieg verdrahtet») und handelt von der ultimativ denkbaren Revolution im Militärwesen: Nicht mehr Menschen, sondern Maschinen führen Krieg. Hollywood hat diese Entwicklung in Filmen wie «Terminator» oder aktuell «Iron Man 2» längst vorweggenommen. Doch die Realität holt rasch auf.

In gekühlten Containern

In Afghanistan und im Irak sind nicht nur GIs im Einsatz, sondern auch PackBot, Talon, Sword, Predator, Raptor und ihre digitalen Freunde. Will heissen: Am Boden kämpfen an der Seite von Soldaten kleine Roboter, die Bomben entschärfen und bereits auch schiessen können. Aus der Luft werden sie unterstützt von UAVs (unmanned aeral vehicles), auf Deutsch Drohnen genannt, die von Soldaten in gekühlten Container nahe von Las Vegas gesteuert werden. Bald werden auch UGVs zum Einsatz kommen (unmanned ground vehicles), ferngesteuerte Panzerfahrzeuge.

Roboter und Drohen sind längst über das Stadium von technischen Spielereien hinaus geraten. Als die GIs 2003 im Irak einmarschierten, war noch kein einziger Roboter im Einsatz, heute sind es mehr als 20'000. Noch extremer ist die Entwicklung bei den unbemannten Flugzeugen. In den Bergen von Afghanistan werden Taliban und Al-Qaida-Kämpfer von Drohnen verfolgt. Solche UAVs gibt es inzwischen in allen Grössen: Den Raven können die Soldaten wie ein Modellflugzeug in die Luft schicken und damit um Ecken und hinter Häuser sehen.

Ghettos überwachen

Der Global Hawk, der aussieht wie ein Walfisch, kann selbständig starten und landen und tagelang ein riesiges Gebiet überwachen. Drohnen werden inzwischen nicht nur bei der Armee, sondern auch beim Grenzschutz eingesetzt. Die Polizei von Los Angeles will sie bald benützen, um Stadtteile mit hoher Kriminalität zu überwachen. In London sollen sie dafür sorgen, dass die kommenden olympischen Spiele nicht von terroristischen Anschlägen gestört werden.

Nebst der rasend schnellen technologischen Entwicklung sind es zwei Gründe, die den Einsatz von Robotern und Drohnen immer attraktiver machen. «Wenn ein Roboter stirbt, muss ich keinen Brief an seine Mutter schreiben», sagt ein Kommandant der Marines lakonisch. Doch die Blechkisten retten nicht nur Menschenleben, sie sparen auch viel Geld und eignen sich erst noch besser für den modernen Krieg. Ein Beispiel: Einen Kampfpiloten auszubilden dauert Jahre und kostet rund 10 Millionen Dollar. Ein UAV lässt sich von einem in Videospielen talentierten Schulabgänger mit einer Ausbildung von ein paar Wochen steuern.

Geeignet für den «Städtekrieg»

Bereits heute werden daher in den USA mehr Drohnenoperateure ausgebildet als Kampf- oder Bomberpiloten. Singer kann sich vorstellen, dass in Zukunft gar Dreiviertel der US Air Force aus UAVs bestehen wird, denn sie sind «billig, einfach zu gebrauchen und eignen sich am besten für den Städtekrieg des 21. Jahrhunderts». Wohin die Entwicklung des roboterisierten Krieges führen wird, ist völlig ungewiss. «Unsere mechanischen Kreaturen kreieren ihrerseits neue Dimensionen und eine neue Dynamik für menschliche Kriege», stellt Singer fest, «Wir beginnen erst, das Ausmass dieser Entwicklung zu erahnen.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.07.2010, 16:07 Uhr

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11 Kommentare

toni müller

21.07.2010, 16:26 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die ganze Entwicklung dient ja der GSOA! Weniger Soldaten! Antworten


Jörg Meier

21.07.2010, 17:34 Uhr
Melden

Amerika sollte mehr in die soziale Kriegsführung investieren: Technisch sind sie jetzt schon den Taliban 100xüberlegen, trotzdem werden sie im Irak und Afganistan nicht gewinnen, da sie nicht bei der zivilen Bevölkerung akzeptiert sind, die sie eigentlich "befreien" sollen. Da werden Roboter mit enormer Schusskraft auch nicht helfen. Antworten



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