Per Taxi ins All – Obamas Pläne für die Nasa

Von Seth Borenstein, Alicia Chang, DDP. Aktualisiert am 01.02.2010

Barack Obama stellt heute seine Pläne für die künftige Raumforschung der USA vor. Einiges ist schon durchgesickert. Zum Beispiel über den Raumschiffbau.

Künftig von Privatunternehmen und nicht mehr von der Nasa gebaut: Ein Space Shuttle beim Start von Cape Canaveral in Florida.

Künftig von Privatunternehmen und nicht mehr von der Nasa gebaut: Ein Space Shuttle beim Start von Cape Canaveral in Florida.
Bild: Keystone

US-Präsident Barack Obama will die Raumfahrt stärker in die Hände der Privatwirtschaft legen. In seinem neuen Haushaltsentwurf, der am (heutigen) Montag vorgelegt werden soll, sind mehrere Milliarden Dollar vorgesehen, um Anreize für private Unternehmen zu schaffen, Raumschiffe zu bauen, zu starten und zu betreiben. Die Raumfahrtbehörde Nasa soll dann Fahrten für ihre Astronauten bestellen können wie eine Fahrt mit dem Taxi. Die Nasa würde sich dann anderen Aufgaben zuwenden können und mehr Kapazitäten etwa für Forschungen haben.

Es gibt allerdings auch Kritiker am Outsourcen der Raumfahrt: Angefangen von ehemaligen Nasa-Mitarbeitern, die Sicherheitsbedenken geltend machen, bis hin zu Kongresspolitikern, die den Verlust von Arbeitsplätzen fürchten. Einige Kritiker wenden ein, dass die Raumfahrt bei aller Routine immer noch eine gefährliche Unternehmung ist, die nicht privaten Firmen überlassen werden sollte, um damit Geld zu verdienen. Der Staat, so befürchten sie, würde wichtiges Wissen und Kontrolle preisgeben.

Was die Kritiker sagen

Die Befürworter dagegen vergleichen die Raumfahrt mit der Luftfahrt in ihren Anfangsjahren. Anfangs waren es die Streitkräfte, die die meisten Flugzeuge benutzten, argumentieren sie. Schliesslich begannen aber Privatunternehmen Flugzeuge bauen und zu fliegen, besonders nachdem sie in der US-Regierung einen zuverlässigen Kunden hatten, um Luftpost zu den Empfängern zu bringen.

Genau das würde auch die Nasa sein: ein sicherer Kunde, für den die privaten Firmen bis zum Jahr 2020 Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördern könnten. Es wäre vergleichbar mit jenen Jahren, in denen die Nasa nach dem «Columbia»-Unglück von 2003 Russland dafür bezahlte, US-Astronauten zu der Station zu bringen.

Boeing ist schon im Geschäft

Der Raumfahrtexperte Howard McCurdy von der American University erklärte, das geplante Outsourcing sei tatsächlich nichts so radikal wie es zunächst den Anschein habe. So seien die Space Shuttles nicht von staatlichen Betrieben, sondern dem Unternehmen Rockwell International gebaut worden. Von 1996 an habe die Regierung des damaligen Präsidenten Bill Clinton immer mehr Befugnisse des Flugbetriebs an Privatunternehmen übertragen. «Das ist etwas, wohin die NASA schon seit 25 Jahren steuert», sagte der Experte.

Als mögliche Bewerber gelten Boeing und Lockheed, die bereits jetzt Raketen und Raumkapseln bauen. Aber auch Neulingen wie dem PayPal-Gründer Elon Musk, dessen Privatunternehmen SpaceX 2008 erstmals eine Trägerrakete ins All schoss, sowie Orbital Sciences aus Virginia und Bigelow Aerospace aus Las Vegas werden in diesem Zusammenhang genannt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.02.2010, 08:18 Uhr

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