Über Lugano fliegen die Post-Drohnen

Autonom fliegende Drohnen sollen ab 2018 Laborproben zwischen zwei Kliniken transportieren. Noch fehlt dafür aber das definitive O. k. der Behörden.

Bald im Auftrag der Medizin unterwegs: Eine Drohne der Schweizerischen Post.

Bald im Auftrag der Medizin unterwegs: Eine Drohne der Schweizerischen Post.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Lugano sollen künftig Laborproben zwischen zwei Spitälern durch Drohnen transportiert werden. Noch fehlt allerdings die Bewilligung. Das wollen die Beteiligten – die Post, der Tessiner Spitalverbund EOC und der Drohnenhersteller Matternet – ändern.

Bei Testflügen unter den wachsamen Augen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) sollen die Drohnen punkto Sicherheit, Praxistauglichkeit und Zuverlässigkeit geprüft werden. Da es sich um autonome Drohnen handelt, müssen auch die Flugrouten genau bestimmt werden.

Wenn diese Hürden gemeistert sind, dann sollen ab 2018 regelmässige Drohneneinsätze für Laborproben durchgeführt werden. Der Transport solle so schneller und effizienter werden. Die Drohnen legen auf ihrem Flug zwischen den beiden Kliniken eine Strecke von einem Kilometer über dicht bebautes Gebiet zurück. Alle beteiligten Partner, aber auch das Bazl würden mit dem Drohnenprojekt «Neuland» betreten, so Post-Sprecher Oliver Flüeler auf Anfrage.

Pionierrolle der Post

Bei der kommerziellen Nutzung von Drohnen nimmt die Schweizerische Post eine Pionierrolle ein. Den nach eigenen Angaben ersten kommerziellen Drohneneinsatz bestritt aber das Paketunternehmen DPD, eine Tochter der französischen Post, Ende 2016. In der Südprovence beliefern die autonomen Paketdrohnen einmal wöchentlich ein abgelegenes Industriezentrum und legen dabei rund 15 Kilometer zurück.

Auch zahlreiche andere Unternehmen testen derzeit die fliegenden Postboten, darunter Branchenriesen wie UPS und DHL. Letztere, eine Tochter der Deutschen Post, hat beispielsweise Anfang 2016 im bayerischen Ort Reit einen Paketautomaten getestet, der selbstständig die Paketkopter genannten Drohnen belädt, losschickt und wieder in Empfang nimmt.

Egal, wo der Kunde gerade ist

Neben traditionellen Logistikern mischen aber auch andere Unternehmen auf dem Gebiet der Zustelldrohnen mit. Etwa die Google-Mutter Alphabet, die im Sommer 2016 entsprechende Tests in den USA aufnahm. Für viel Aufmerksamkeit sorgen zudem immer wieder die Drohnentests des Onlinehändlers Amazon, der dereinst Pakete aus der Luft direkt zum Kunden liefern will – und zwar unabhängig davon, wo sich dieser im Moment aufhält. Geortet werden soll der Kunde dabei über seine Handydaten. (stü/sda)

Erstellt: 14.03.2017, 12:33 Uhr

Artikel zum Thema

Mit U-Drohnen auf Minenjagd

Die Nato testet im Mittelmeer den Einsatz von Unterwasser-Drohnen zum Aufspüren gefährlicher Seeminen. Diese Teams sind schnell – sie müssen allerdings noch intelligenter werden. Mehr...

So holt die Polizei in Davos Drohnen vom Himmel

Was sind das für Geräte, mit denen die Sicherheitskräfte am WEF fotografiert wurden? Es soll sich um Anti-Drohnen-Waffen handeln. Mehr...

500 Drohnen gleichzeitig – Feuerwerk der anderen Art

Intel stellte mit einer speziellen Lichtshow einen Weltrekord auf. Mehr...

Kommentare

Paid Post

Psychologie im Business

Ökonomie ist mehr als Aufwand und Ertrag, Effizienz, Güterknappheit und Ressourcen.

Die Welt in Bildern

Er hängt in den Seilen: Ein junger roter Vari staunt Bauklötze im Zoo von Köln. (27. April 2017)
(Bild: Sascha Steinbach (EPA, Keystone)) Mehr...