WM 2010

Gehen Jogi Löw die Spieler aus?

Aktualisiert am 19.06.2010

Die Kartenflut im letzten Spiel bringt den deutschen Trainer Jogi Löw ins Schwitzen. Gehen ihm schon bald die Spieler aus?

1/5 Deutschland - Serbien
Joachim Löw schmettert in seinem Frust eine Plastikflasche zu Boden.
Bild: Keystone

   

Wann werden sie gestrichen? Schon nach der Vorrunde? Oder erst mitten in der K.o.-Phase? Die Rede ist von den gelben Karten, die die WM-Schiedsrichter verteilen. Laut dem FIFA-Zirkular Nr. 21 werden Verwarnungen erst nach den Viertelfinals gelöscht.

Konfusion herrschte an der Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft am Tag nach dem 0:1 gegen Serbien. Auf die Frage, ob die DFB-Auswahl aufgrund der vier gelben Karten sowie des Platzverweises gegen Miroslav Klose nun im Nachteil sei, antwortete Nationaltrainer Joachim Löw, die gelben Karten würden nach der Vorrunde gestrichen. Seine Aussage nahmen die Journalisten mit Erstaunen zur Kenntnis, denn die FIFA hatte bereits im April den teilnehmenden Verbänden im Zirkular Nr. 21 mitgeteilt, dass einzelne gelbe Karten erst nach den Viertelfinals gelöscht werden.

Sogar der Schiri-Experte weiss die Antwort nicht

Offenbar kursieren in Südafrika auch noch andere Regel-Varianten, denn selbst der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Helmut Krug konnte im ARD-Studio die Frage nach den gelben Karten nicht beantworten. Eine Variante lautet, dass die gelben Karten sowohl nach der Vorrunde als auch nach den Viertelfinals gestrichen werden. Kassiert aber ein Spieler im letzten Gruppenspiel seine zweite gelbe Karte, wäre er trotzdem für den Achtelfinal gesperrt.

An den letzten beiden WM-Endrunden waren die Verwarnungen bereits nach den Gruppenspielen von den Strafkonten der Spieler verschwunden. Vor der WM 2002 in Japan in Südkorea hatte die FIFA diese Regeländerung kurzfristig eingeführt. Das führte zu regelrechten Karten-Festivals bei den Vorrunden-Partien Kamerun - Deutschland (16 mal gelb) oder Senegal - Uruguay (11 mal gelb).

(jra/si)

Erstellt: 19.06.2010, 16:40 Uhr