WM 2010

«Ich hasse diese Vuvuzelas»

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 13.06.2010 70 Kommentare

Der Druck auf die Fifa wächst. Fans und Fernsehmacher laufen gegen die Vuvuzelas Sturm. Schon gehen auch die ersten Trainer und Stars wie Cristiano Ronaldo auf die Barrikaden.

Tröten-Gegner: Portugals Superstar Cristiano Ronaldo.

Tröten-Gegner: Portugals Superstar Cristiano Ronaldo.

Argentiniens Weltfussballer des Jahres, Lionel Messi, hat sich bitter beklagt, er könne sich auf dem Spielfeld mit seinen Mitspielern nicht verständigen. «Wenn man taub ist, kann man nicht kommunizieren», sagte der Star von Barcelona. Frankreichs Captain Patrice Evra macht die Vuvuzela für das schwache Auftreten seines Team beim 0:0 gegen Uruguay verantwortlich. Die Franzosen seien von den Tröten schon frühmorgens aufgeweckt worden und seien deshalb in ihrer Vorbereitung empfindlich gestört gewesen.

«Dann ziehe ich einfach die Stöpsel meiner Hörapparate raus»

Sogar der südafrikanische Journalist Jon Quelane kritisiert die Tröten als «Instrumente der Hölle.» Dänemarks Trainer Morten Olsen hat seine eigene Methode, sich dem Lärm zu entziehen. «Ich ziehe einfach die Stöpsel von meinen beiden Hörapparaten raus», sagt der ehemalige Internationale, der an einer Gehörkrankheit leidet. Etwas gelassener geht die Deutsche Fussball-Legende Franz Beckenbauer mit der Geräuschkulisse um. «Neben mir kannst du eine Blaskapelle hinstellen, das ist mir egal. Das stört mich nicht.»

Hollands Coach verhängt in den Trainings ein Vuzuela-Verbot

Hollands Trainer Bert van Marwijk hat bei den öffentlichen Trainings ein striktes Vuvuzela-Verbot verhängt, weil seine Anweisungen die Spieler sonst nicht erreichen würden und man nicht ungestört arbeiten könne. Ein ganz Grosser des Weltfussballs, der noch gar nicht ins Turnier eingegriffen hat, schlägt ebenfalls scharfe Töne an. «Sorry, aber ich hasse diese Vuvuzelas, sie irritieren mich», drückt es Portugals Superstar Cristiano Ronaldo drastisch aus. Er sei im Übrigen nicht der einzige Spieler im portugiesischen WM-Kader, der so denke.

Blatter würde einem Verbot wohl nie zustimmen

Die Fifa schliesst ein Verbot der Tröten nicht mehr kategorisch aus. «Wenn es Gründe gibt, dann ja», sagte der Boss des Organisationskomitees der WM, Danny Jordaan, dem britischen Sender BBC auf die Frage nach einem möglichen Trötenverbot. «Wir haben immer gesagt, dass wir handeln werden, wenn sie auf dem Rasen landen». Das wird wohl kaum der Fall sein. Unrealistisch wird auch sein, die Vuvuzelas an der WM tatsächlich aus dem Verkehr zu ziehen. Fifa-Chef Sepp Blatter hatte die Tröten schon immer als Teil der Kultur Afrikas bezeichnet. «Sie gehören einfach dazu», wiederholt sich der Schweizer immer wieder. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.06.2010, 23:15 Uhr

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70 Kommentare

Remo Meier

14.06.2010, 09:12 Uhr
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Wieder einmal eine unqualifizierte Aussage von Josef Blatter. Die Vuvuzelas sind eine erfundene Tradition. Herrn Blatter würde ich den diesbezüglichen Artikel in der FAZ am Sonntag vom 13.6. als Lektüre vorschlagen. Übrigens hat Hooliganismus in England auch Tradition. Trotzdem können wir gut darauf verzichten. Antworten


Marcus Lang

14.06.2010, 08:26 Uhr
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Bitte filtern Ich wäre froh, wenn SFDRS nicht versuchen würden, mich zu erziehen und mich zu Multikulti zu zwingen, sondern ganz einfach den Lärm der Vuvuzelas rausfiltern würden. Ich bin nun mal halt einfach Schweizer und kein Südafrikaner. Und soviel ich weiss, sind SFDRS doch das Schweizer Fernsehen und nicht das Südafrikanische Fernsehen? Antworten