WM 2010

Jogi Löws Schweizer Superhirn

Die Deutschen überlassen nichts dem Zufall. Bundestrainer Joachim Löw legt grössten Wert auf die Pflege der Details. Hinter der klugen Taktik steckt der Basler Urs Siegenthaler.

1/5 Urs Siegenthaler (l.) und Jogi Löw beobachten an der WM in Südafrika das Gruppenspiel zwischen Australien und Ghana.
Bild: Keystone

   

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Löw hat sich mit Siegenthaler ein Superhirn in seinen Trainerstab geholt, wie das der Engländer Ross Brawn in der Formel 1 für den siebenfachen deutschen Weltmeister Michael Schumacher ist. Der 62-jährige Urs Siegenthaler, ehemaliger Profi beim FC Basel und den Young Boys, ist das taktische Gewissen der Deutschen.

Der Basler ist seit dem 13. Mai 2005 Spielbeobachter für den deutschen Fussball-Bund DFB. 1978 machte er an der Sporthochschule Köln das Bundesliga-Trainerdiplom. Er betreute von 1987 bis 1990 den FC Basel, war als Jugendtrainer beim FC Grenchen und als Trainerausbilder des Schweizerischen Fussballverbandes tätig. Siegenthaler ist auch gelernter Bauingenieur. Der damalige Chefcoach Jürgen Klinsmann und sein Assistent Jogi Löw hatten Siegenthaler ins Amt geholt, für das sie eigentlich den ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts vorgesehen hatten. Seinen ersten Einsatz hatte Siegenthaler beim Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland. In den deutschen Medien wurde das Engagement des Schweizers mit Skepsis aufgenommen.

Siegenthaler ist ein akribischer Analyst

Die Zweifel sind längst verflogen. Für den ARD-Experten Günter Netzer hat Siegenthaler massgeblichen Anteil an den deutschen Erfolgen. «Er ist ein akribischer Analyst», lobt der ehemalige deutsche Weltmeister den Basler. Siegenthaler habe eine unglaubliche taktische Intelligenz. «Er studiert jeden Gegner der Deutschen und verschafft Löw einen kompletten Überblick über den Gegner. Löw sei über jedes Detail, über jeden einzelnen Spieler des Gegners hundertprozentig informiert.

Siegentahler würde dem Bundestrainer die Stärken und die Schwächen jedes einzelnen Spielers aufzeigen. «Siegenthaler weiss auch über die Spielsysteme des Gegners genau Bescheid, er weiss, wie die gegnerischen Trainer auf gewisse Spielsituationen taktisch reagieren», so Netzer. Siegenthaler habe sich auch eine jederzeit aktualisierte Datenbank zugelegt. «Diesem Mann entgeht nichts», lobt Netzer.

Für Netzer ist Siegenthaler unverzichtbar

Siegentahler sei für den deutschen Trainerstaff ein eminent wichtiger Mitarbeiter. Ab 1. August wird Siegenthaler für den Bundesligisten Hamburger SV arbeiten. Er wird bei den Norddeutschen ausschliesslich für den Nachwuchsbereich, Kaderplanung und Talentsichtung zuständig sein. «Eigentlich wäre Siegenthaler bei der deutschen Nationalelf nicht wegzudenken und unverzichtbar», sagt Netzer. Der ehemalige GC-Star kennt Siegenthaler aus persönlichen Gesprächen. «Er ist ein absoluter Fachmann mit einem grossen Wissensschatz». Unterhaltungen mit Siegenthaler seien hochinteressant und spannend. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.07.2010, 12:47 Uhr

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