WM 2010
«Die Organisation war nicht gut»
Von Sascha Rhyner, Südafrika. Aktualisiert am 28.06.2010
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Bert Evers ist zufrieden. Er trägt das grüne-gelbe T-Shirt und blinzelt in die Sonne am kleinen künstlichen See direkt vor dem Free-State-Stadion in Bloemfontein. Die ebenso grasgrüne Daunenjacke, die jeder Helfer erhalten hat, trägt er noch unter dem Arm. Die Liebe zum Volunteer erwachte bei Evers vor zwei Jahren an der Euro in der Schweiz. Er war Volunteer in Bern, wo auch die Holländer zu Gast waren. Und Evers ist gebürtiger Holländer, der seit 20 Jahren in der Schweiz wohnt.
Also war für ihn klar, dass er auch in Südafrika wieder als freiwilliger Helfer arbeiten wollte. «Ich habe aber lange nichts gehört und wurde plötzlich zu einem Interview aufgeboten – in Den Haag», erzählt Evers. Er klärte das Missverständnis auf, dass er schon lange nicht mehr in Holland wohne und wurde schliesslich zum Interview auf die südafrikanische Botschaft in Bern aufgeboten. «Da sassen fünf Leute an einem Tisch. Vier stellten eine Frage, einer stellte zwei Fragen. Nach zehn Minuten war das Interview schon vorbei», berichtet er.
30 Zentimeter Auge in Auge mit einem Löwen
Noch vor der Auslosung mussten die Volunteers ihre Wunschdestination angeben. «Ich entschied mich für Bloemfontein, weil es hier sehr viele Einheimische hat», erklärt Evers, der in der Schweiz beim Milchproduzenten Emmi als Leiter Logistik arbeitet. Der 48-Jährige wohnt in Bloemfontein bei einer Gastfamilie. «Er ist Deutscher und sie Südafrikanerin, sie haben zwei Kinder», erzählt er. Bei jeder Gelegenheit würde der Grill in Betrieb genommen. «Am Abend sitzt man auch mal mit zwei Jacken da», sagt er lachend. Der südafrikanische Winter ist in Bloemfontein mit Temperaturschwankungen zwischen über 20 Grad und unter dem Gefrierpunkt besonders ausgeprägt.
Doch es sind nicht die Temperaturen, die Evers etwas auf das Gemüt schlagen. «Die Volunteer-Organisation ist nicht gut. Es wird nichts geplant und wenig kommuniziert», kritisiert er. Zu Beginn hätten sie auch nur Essensgutscheine für Fast-Food erhalten. Das sei dann aber geändert worden. Und dann gerät er nochmals ins Schwärmen. Mit seiner Gastfamilie hatte er einen Ausflug zu einer Löwenzucht gemacht. «Ich war 30 Zentimeter vor einem Löwen. Das warschon sehr beeindruckend», erzählt er mit leuchtenden Augen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.06.2010, 14:57 Uhr





