Tina Turner liess die Puppen tanzen
Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 30.11.2009
Roberto Blanco.
Frank Baumann.
Herbi Lips.
Lys Assia.
Stefan Gubser.
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Notizen zu Namen
Notizen zu Namen. Die wöchentliche Gesellschaftskolumne der Jahrespublikation «WW Who is Who in Zürich» entsteht in einer Medienpartnerschaft mit dem TA. Herausgeber ist Eugen Baumgartner.
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Manchmal wundert man sich über die Proportionen. Ob im Fall Hirschmann, wo sich ob der Medien-Hype jeder halbwegs vernünftige Mensch an den Kopf greift, oder im Fall des Circus Conelli, wo man sich fragen muss, wieso dort gleich sechs der neun Stadträte sitzen, wo an Anlässen, die viel weltbewegender sind, kein einziger ist. Wahrscheinlich der Herdentrieb, man tut etwas, weil es alle anderen auch tun, ohne viel nachzudenken.
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Es ist das Verdienst von Herbi Lips und der Familie Gasser, dass der Conelli das advents- und weihnachtszeitliche Zürich verschönert, da gibt es nichts zu rütteln, aber Geld verdienen sie damit auch ganz schön. Dass der Stadtrat fast in corpore antritt, ist das nicht etwas übertrieben? Die Premiere war ein Cervelatprominenzanlass durch und durch! Nur Nella Martinetti fehlte! Fernsehkameras, Radiomikrofone, Fotografen und Journalisten; PR-Profi Heier Lämmler hat das perfekt hingekriegt, nach bewährtem Rezept. Man rollt den roten Teppich aus, lädt zehn Promis ein, die dann auch kommen – und damit kommt auch Glanz und Gloria, und alles ist in Butter. Lys Assia war da und Catarina Valente, die Unterhaltungschlachtrösser der sechziger Jahre, Roberto Blanco und Walter Roderer, die einstigen Ikonen der Unterhaltungsindustrie, Operndiva Noemi Nadelmann, Schauspieler Stefan Gubser und TV-Witzbold Frank Baumann als Vertreter der jüngeren Generation, und mittendrin (auf dem Ehrenplatz neben der roten Stadtpräsidentin) Christoph Blocher, dem Herbi Lips immer noch nachtrauert, dass er nicht mehr Bundesrat ist.
Dann das Programm! Ein buntgemischter Jahrmarkt, auf dem es alles gibt. Erstklassige Artistik, gute Clowns, aber auch Gospelsänger, bei denen man sich die Ohren zuhalten muss und Tänzerinnen, wo man besser die Augen schliesst. Das Programm heisst nämlich «Generations», und so soll Jung und Alt auf der Bühne stehen. Der deutsche Jongleur ist 14, der junge Gummimensch aus Russland auch Teenager. Es schmerzt, wenn man sieht, wie sich dieser junge Mensch bei seiner Akrobatik seine Wirbelsäule für immer zerstört, das ist Kinderarbeit vom Schlimmsten! Das müsste man verbieten, die Leute applaudierten trotzdem. Bei den Tänzerinnen dachte man zuerst, dass die Frauen der Sponsoren auftreten, eine Art Premierengag. Bis man merkte, dass es zum generationenübergreifenden Motto passt, dass 50plus-Frauen ihre tadellose Figur zeigen.
Dann wurde Fred Tschanz, der Gastronom vom Bauschänzli, gelobt dafür, dass er alle Jahre wieder den gepachteten Ort dem Circus zur Verfügung stellt. Stadtpräsidentin Corine Mauch dankte ihm sogar fürs Oktoberfest. Da, bitte, Halt! Tschanz verdient mit dem Bauschänzli-Oktoberfest einen Haufen Geld, die Preise sind hoch. Das ist einem guten Wirt auch zu gönnen. Die gegenseitige Beweihräucherung aber war an diesem Anlass etwas übertrieben. Übertrieben auch die Konsumationspreise: Ein Glas Prosecco 16 Franken, da rieb sich mancher Promi die Augen, als er Pausentrank selber zahlen musste. Ja, es fehlte wirklich nur die Nella!
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«Was wünscht Du Dir zum Geburtstag?» wurde Tina Turner von ihren Freundinnen gefragt. «Dass Ihr für mich tanzt!» antwortete die Rock-Queen. Mit zehn Freundinnen studierte Tina Turner eine Tanznummer ein, die sie an der Geburtstagsparty im Dolder Grand vorführten. Unter ihnen: Musiktherapeutin Regula Curti (Ehefrau von Unternehmer Beat Curti), Buchautorin Susanne von Meiss (Frau von Hans von Meiss), Gabriele Bär (Frau von Bankier Raymond J.Bär), Barbara Frey (Frau von Autoimporteur Walter Frey). Geprobt wurde acht Wochen lang täglich. Hätte Tina Turner ihren Freundinnen ein grossartigeres Geschenk machen können? (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.11.2009, 10:31 Uhr

