Bei Christoph Blocher spielt die Musik
Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 01.02.2010
Christoph Blocher.
Die Schwarzenbachs.
Reto Mathis.
Andreas Caminada.
Raymond Bär.
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Notizen zu Namen
Notizen zu Namen. Die wöchentliche Gesellschaftskolumne der Jahrespublikation «WW Who is Who in Zürich» entsteht in einer Medienpartnerschaft mit dem TA. Herausgeber ist Eugen Baumgartner.
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Diese Nummer handelt von den Deutschen. Also auch hier etwas über die Deutschen. Am Freitag zeigte mir Christoph Blocher das Kloster Rheinau. Um halb neun Uhr früh stand er da, in der klirrenden Kälte, eine Pelzmütze auf dem Kopf. «Sie sehen aus wie ein russischer Tourist», entfuhr es mir. «Habe ich auf einem Markt in Russland gekauft – für zehn Franken.» Das frühere Benediktinerkloster, später Psychiatrische Anstalt, steht seit zehn Jahren leer. Der Ex-Bundesrat und Milliardär möchte 20 Millionen Franken investieren, damit es als Musikschule genutzt werden kann. Das Projekt liegt dem Mozart-Liebhaber am Herzen. Musikgruppen sollen hier am Wochenende proben können, Musiker studieren und arbeiten. Bedingung ist, dass der Kanton das Kloster restauriert.
Das Kloster liegt am Rhein, knisternde Schneelandschaft, überirdische Stille. Hierher kam Blocher als Kind mit seinem Vater, der Pfarrer war in Laufen am Rheinfall, und den kleinen Sohn mitnahm in die zehn Kilometer entfernte Anstalt, wo er die Kranken betreute. Wenn es nach Blocher geht, soll die Musikschule 2013 gestartet werden. Freitags wurde hier die nächste Sendung von Teleblocher gedreht. Was hat Blocher, der ambivalenteste Mann Helvetiens - Retter des Landes für die einen, Hassobjekt Nummer eins für die anderen - mit den Deutschen zu tun? Sein Grossvater war ein Schneider, der aus Deutschland einwanderte.
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Das Polo St. Moritz ist ein Lieblingsspielplatz der Deutschen. Man erkennt sie gleich, an den dicken Pelzen, dem too-much-Makeup, den goldenen Chanel-Moonboots. Die langbeinigen Russinnen hingegen stöckeln in hochhackigen Stiefeletten über den gefrorenen See, und jeder fragt sich, wie sie das machen. Dieses Jahr wurde das Polo entvulgarisiert. Nicht mehr die protzigen Maybachs, die aussehen wie deutsche Panzerfahrzeuge, stehen den VIPs für Shuttle-Transporte zur Verfügung, sondern schnittige Lancias und Maseratis. Maserati ist eins der Polo-Teams, wie Cartier, Brioni und Bank Julius Bär. Urs E. Schwarzenbach, der als Veranstalter im Mittelpunkt steht, wird von allen devot behandelt.
Siro Barino scheint in Ungnade gefallen, warum ist nicht eruierbar. Dieses Jahr organisiert nicht er, sondern Christoph Richterich das Polo-Event. Auch Silvia Affolter, früher enge Vertraute Schwarzenbachs und letztes Jahr strahlende Hostess am Poloball im Kempinski, ist nicht mehr dabei. An ihrer Stelle die deutsche RTL-Moderatorin Tanja Bütler. Dieses Jahr kochen u.a. Reto Mathis und Andreas Caminada, Peter Gamma liefert die Infrastruktur. Alles ist mehr gemütlicher Châlet-Stil als Pomp und Glamour. Die Zelte sind nicht mehr kühle Champagner-Lounges, stattdessen mehr urchige Atmosphäre mit karierten Tischtüchern und Holzbänken.
Auf Wunsch der Polo-First-Lady Francesca Schwarzenbach (immer mit ihrem grossen Hund unterwegs) wurde der altmodische Five o’clock Tea wiederbelebt, mit Sprüngli-Gebäck und Mini-Sandwiches. Raymond Bär ist da, mit seiner Frau Gaby, in Topform, er blüht bei solchen Anlässen richtiggehend auf, von Bank Bär auch CEO Boris Collardi sowie Jan Bielinski mit junger Begleiterin. Michael Sarp (Nordeck Holding – Zimmerli, Fritschi Skibindungen) mit Frau und Bandleader Pepe Lienhard. Brioni-CEO Andrea Perrone, ein Römer, fror fürchterlich, wie auch Arnaud Carraz, der neue Cartier-Schweiz-CEO, der direkt aus Japan in die Höhe kam.
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Wer’s glaubt, wird selig, dass Agnes Baltsa am WEF nicht gesungen hat, weil sie verkühlt war. Die Wahrheit ist, dass man sie in Davos in einer so schmuddeligen Besenkammer unterbrachte (alle anständigen Hotelzimmer waren mit Politikern, Bankern und Wichtigen belegt!), dass die temperamentvolle Griechin gleich wieder abreiste. Die schwedische Sopranistin Malin Hartelius sprang ein. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.02.2010, 11:38 Uhr

