Car Wash Ladys

Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 31.08.2009
«Testosteron-gesteuerte Männer zieht es ins Meylenstein beim Bahnhof Tiefenbrunnen»: Klatschkolumnistin Hildegard Schwaninger.

«Testosteron-gesteuerte Männer zieht es ins Meylenstein beim Bahnhof Tiefenbrunnen»: Klatschkolumnistin Hildegard Schwaninger.

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Notizen zu Namen

Notizen zu Namen. Die wöchentliche Gesellschaftskolumne der Jahrespublikation «WW Who is Who in Zürich» entsteht in einer Medienpartnerschaft mit dem TA. Herausgeber ist Eugen Baumgartner.

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Testosteron-gesteuerte Männer zieht es ins Meylenstein beim Bahnhof Tiefenbrunnen, weil dort drei flotte Frauen wirtschaften, die praktisch rund um die Uhr dort sind. Ellen Meyerstein, die Mutter, und ihre beiden Töchter, die superblonde Marlene und die schwarzhaarige Janine, beide gegen 30 und sehr sexy.

Meistens geht es dort um Autos, denn die Lounge liegt oberhalb der Auto-Waschanlage Autop. So ging Donnerstagabend die Post ab. Der Film «Burning Fish» wurde gezeigt, ein Roadmovie über ein Autorallye von Zürich in die Sahara. Endlich ein Abend mit Männerüberschuss! Sonst sind immer überall viel mehr Frauen als Männer. Man drängte sich nicht nur um die auf dem Areal ausgestellten Autos, sondern auch um die Bratwürste vom Grill. Besser als die vom Vorderen Sternen!

Die Familie von Ellen Meyerstein hat eine Metzgerei im Aargau. Hausherr Beat Meyerstein (Bild, mit Janine und Marlene), der einen Rolls Royce und eine Harley Davidson besitzt, war auch da. Er ist ein Studienfreund von Roger Schawinski (Bild, der Radio-1-Boss gab kürzlich in seiner Villa ein Fest zu seinem 64.Geburtstag), und mehr ein Feingeist. Beat Meyerstein liebt die Musik. Und schöne Frauen. Von Ellen Meyerstein ist er geschieden, so darf er tun, was er will. Er erlebt zurzeit seinen zweiten (oder ist es der dritte?) Frühling. Sein grösstes Problem: Er verbringt seine Freizeit am liebsten (wenn nicht in Tonhalle oder Opernhaus) im Meylenstein.

Wenn er mit seinen wechselnden Eroberungen dort auftaucht, gibt es fast immer Zoff. Aber nicht von Seiten der Meyerstein-Girls, die nehmen die Eskapaden des Neo-Singles gelassen. Es ist meist die neue Freundin, die angesichts der geballten Meyerstein-Frauenpower schnell Reissaus nimmt.

Teleblocher

Was macht Christoph Blocher um sieben Uhr früh am Flughafen, wenn er nicht abfliegt? Dann fliegt Matthias Ackeret ab (nach Nizza zu den «Cannes Lions», der Olympiade der Werber), und man zeichnet vorher, im Asia-Restaurant am Terminal 1, die nächste Sendung von Teleblocher auf.

Christoph Blocher ist an diesem Morgen schon um fünf Uhr im See geschwommen. Bei 16 Grad hielt er es 20 Minuten im Wasser aus («Nach fünf Minuten merkt man nicht mehr, wie kalt es ist»). Er trinkt zwei doppelte Espressi. Blocher braucht Aufregung und Erregung. An diesem Mittwochmorgen bekommt er davon genug: Das Foto der Finanzminister Hans-Rudolf Merz und Peer Steinbrück in allen Zeitungen. Blocher regt sich auf über die «Unterwürfigkeit», mit welcher sein ehemaliger Bundesrat-Kollege zu dem Deutschen aufblickt. Blocher, der wie kein Zweiter für das Selbstbewusstsein der Schweizer Nation steht, hat gerade eine Skulptur von David und Goliath gekauft, die klassische Metapher für die Grösse der Kleinen. Die Plastik von Gottfried Honegger (Bild) steht in Blochers Garten in Herrliberg.

Falls er die Ethik-Professur an der HSG St.Gallen nicht erhält, hat Blocher, Mann der Tat, eine Vision: er könnte im Kloster Rheinau, in das er 20 Millionen Franken zu investieren gedenkt, eine Ethik-Universität errichten.

Stempfeldynastie

Sonst ist er in Zunfthäusern und Weinschänken Zuhause, letzten Samstag war er in der Synagoge: Xaver Speckert, Prototyp des Zürcher Establishments (Waag Zünfter und Besitzer der Firma «Speckert & Klein»). Er feierte die Bar Mizwa seines Sohnes Max, Spross aus der Ehe mit seiner Frau Zuzana Speckert-Kobsa, heute als Journalistin tätiges ex-Model aus der Slowakei.

Xaver Speckert war früher mit Cristina Bechtler verheiratet, die jetzt, in dritter Ehe, mit ex-Kunsthaus-Präsident und Unternehmer Thomas Bechtler verheiratet ist (die Patchwork-Familie umfasst sieben Kinder).

De Carouge statt Dior

Von Stephanie Glaser wird erzählt, sie habe als junge Schauspielerin, als sie immer das Berner Mädchen in Bauerntracht spielte, gesagt, einmal möchte sie «in einem Kleid von Dior auf der Bühne stehen». Nun stand sie im Theater Rigiblick auf der Bühne, zwar nicht in einem Kleid von Dior, aber immerhin von Christa de Carouge (Bild).

Die alte Dame (sie wird bald 90) ist köstlich. Fast an jedem Finger – vor allem am Zeigefinger, was auf eine dominante Persönlichkeit hinweist – einen goldenen Ring, las sie bei der Benefizgala zwei Geschichten vor, «Ferdinand der Stier» und «Frederick», was die Anwesenden in ihre Kindheit zurückversetzte. Maria Becker war auch da. Ass zweieinhalb Bratwürste (vom offenen Feuer, vor dem die Gäste, unter ihnen Elisabeth Schnell, Martin Fueter, Schauspieler Stefan Gubser, Philosophie-Professor Georg Kohler, Restaurant Mesa Besitzerin Linda Mühlemann) Schlange standen.

Und ging, gestützt auf ihren Sohn Benedikt Freitag, als Letzte nachhause (circa 1 Uhr früh). Zwei alte Ladies – still going strong! (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.08.2009, 10:48 Uhr

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