Die Kollers, Segantinis und Bugattis

Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 31.08.2009 1 Kommentar
Zürcher Auktionäre: Pierre und Cyrill Koller.

Zürcher Auktionäre: Pierre und Cyrill Koller. (Bild: Peter Lauth)

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Zum sommerlichen Cocktail, den Pierre und Ursula Koller, Gründer der Galerie Koller, in ihrem Haus gaben, kam eine erlesene Schar vor allem aus der Welt der Kunst. Cyril Koller, der Sohn und Chef des Auktionshauses, fachsimpelte mit Kunsthaus-Direktor Christoph Becker – über den Kunstmarkt in harten Zeiten. Catering-Unternehmer Gianni Segantini empfahl sich als Erstklass-Koch, und – ein seltenes Gesicht – seine Schwester war auch da: Diana Segantini, Urenkelin des Malers Giovanni Segantini. Halb Bündnerin, halb Norwegerin, ist sie sehr blond und hübsch, aber auch gescheit und dynamisch. Sie hat Islamistik und Orientalistik studiert, an der Uni Zürich den Doktortitel gemacht, spricht arabisch, und kümmert sich mit ihrer Mutter Ragnhild Segantini in Maloja um das Atelier Segantini. Zurzeit präsentiert sie dort «Segantini & Bugatti», eine Ausstellung über ihre Urgrosseltern. Segantini und Bice Bugatti, eine Tante des Autobauers Ettore Bugatti, hatten vier Kinder, waren aber nie verheiratet, weil der unkonventionelle Segantini nicht über die notwendigen Papiere verfügte. Diana Segantini ist seit Frühling mit Textilkaufmann Uli Broger verheiratet. Hochzeit wurde im Hotel Maloja Palace gefeiert.

St. Galler Gnomen

Nichts bewegt die Menschen so sehr wie die Finanzkrise, und so war die Erzbergstube des Hotels Widder gestossen voll, als die Bank Wegelin & Co. zu einer Art Werkstatt-Gespräch einlud. Das Thema «Anlegen in turbulenten Zeiten» interessierte, auch der anschliessende Apéro riche mag eine Attraktion gewesen sein. Am Podium drei geschäftsführende Teilhaber der ältesten Privatbank der Schweiz (gegründet 1741) Otto Bruderer, Christian Hafner und Christian Raubach. Die drei Herren vermittelten ein sympathisches Bild des St. Galler Geldinstituts. Sie wirkten bodenständig, und das schaffte Vertrauen, im Geldverwaltungsbusiness mehr denn je das Zauberwort. Bruderer, neben Konrad Hummler Teilhaber seit 1994, präsentierte spannend und humorvoll den historischen Hintergrund der Bank (der Name Wegelin firmierte schon 1700 als Textilhandelsunternehmen). Hafner, der die 1998 gegründete Zürcher Niederlassung leitet und seit 2007 Wegelin-Teilhaber ist, skizzierte Kundenbedürfnisse. Er sprach von Anlagehorizont und Risikofähigkeit, aber auch von Existenzängsten, gerade bei sehr vermögenden Menschen. Hafner, ein attraktiver Mann um die 40, zitierte, was eine Diplomarbeit der Zürcher Hochschule Winterthur aus dem Jahr 2007 ergab: Je höher das Einkommen, desto mehr sparen die Senioren. Viele Gäste, die da im Saal sassen, bestätigten diese Studie. In ihren zwanzig Jahre alten Klamotten sahen sie aus wie die wandelnde Finanzkrise. Beim Apéro scharten sie sich dann um die Bankiers und erkundigten sich nach dem idealen Einstiegstermin für Aktien, nach der Sicherheit von Gold und nach dem Dollar.

Die drei Bankiers konnten nicht in die Kristallkugel blicken. Mit ihrer Präsentation empfahl sich die Bank aber als möglicher Anlagehort. Sie beschäftigt 650 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen von 21,5 Milliarden Franken. Christian Raubach, Teilhaber seit 2007: «Unsere Stärke ist die Unabhängigkeit im Handeln und im Denken.» Die Bank verwaltet Kundenvermögen bereits ab 100'000 Franken. Und das Sympathischste: Während im Zuge der Globalisierung überall alle Vorträge auf Englisch oder auf Hochdeutsch gehalten werden, präsentierte sich Wegelin im St. Galler Dialekt. Im Publikum gesichtet: der durch die Swissfirst-Affäre in die Schlagzeilen geratene Multimillionär Rumen Hranov (färbt er sich die Haare für seine fast 40 Jahre jüngere Frau?). Der gebürtige Bulgare, 63 Jahre alt, wurde kürzlich zum sechsten Mal Vater. Ausserdem: City-Guide-TV-Unternehmerin Silvia Affolter, Finanzanalytikerin und Buchautorin Fleur Platow. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.08.2009, 10:46 Uhr

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1 Kommentar

Jules Wohlmann

06.07.2009, 23:12 Uhr
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Tönt nicht sehr spannend, zwanzig Jahre alte Klamotten, gefärbte Haare, Gattinnen, die Enkel sein könnten, bodenständige Präsentation und ein attraktiver 40-jähriger, der offenbar der Autorin gefällt. Ist es vielleicht genau diesem Publikum, das Vorträge im Dialekt schätzt, gelungen, auch in schwierigen Zeiten ihr Geld einigermassen beisammen zu halten? Viel up-to-date people wäre froh darum! Antworten