Flirtparadies Benedict-Schule

Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 18.01.2010

Kunstexperte und Junggeselle Thomas Boller ist begeistert von so viel Schönheit zwischen Wörterbuch und Sprachlabor. Kunsthändler Simon de Pury hat derweil zum zweiten Mal geheiratet.

Thomas Boller

Thomas Boller

Simon de Pury

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Michaela Neumeister

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Christoph Waltz

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Notizen zu Namen




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Wo geht ein Junggeselle hin, wenn er hübsche Mädchen kennenlernen will? After-Work-Partys sind keine schlechte Idee, aber noch besser ist, man besucht einen Sprachkurs. Das Paradies für den alleinstehenden Mann! Frauenüberschuss wie nirgends! Kunsthändler Thomas Boller, eiserner Junggeselle, rieb sich die Augen, als er mit dem Neujahrsvorsatz, sein Italienisch aufzufrischen, in die Benedict-Schule ging. So viel Schönheit zwischen Wörterbuch und Sprachlabor! Zwar ist Boller zurzeit von der Rettung des Landesmuseums ziemlich absorbiert – er ist im Komitee «Standpunkt Landesmuseum», das sich gegen den 110 Millionen teuren Neubau zur Wehr setzt. Einer seiner Mitstreiter ist Alfred R. (Friedli) Sulzer aus der Winterthurer Industriellen-Dynastie, der sich beruflich dem Restaurieren und Erhalten schützenswerter Bauten widmet. Doch für Italienisch nimmt sich Boller Zeit, er betreut eine bedeutende italienische Sammlung, was vor neun Jahren der Grund für einen mehrwöchigen Rom-Aufenthalt war. Boller machte sich einen Namen als Kunstexperte, als er das Inventar Thurn & Taxis in Regensburg katalogisierte, das dann von Simon de Pury rekordverdächtig versteigert wurde. Damals weilte er während Monaten auf Schloss St. Emmeram bei Fürstin Gloria.

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Simon de Pury, einer der grossen Player auf dem globalen Kunstmarkt (Phillips, de Pury & Company), hat in London geheiratet. Der frühere Auktionator von Sotheby’s, der mit Charme und Charisma jede Versteigerung zu einem Event machte, war immer ein Frauenliebling; die zweite Frau fürs Leben fand er am Arbeitsplatz. Im Kunstgeschäft bleibt wenig Zeit fürs Privatleben, die Arbeit absorbiert 200-prozentig. De Pury, der aus erster Ehe vier erwachsene Kinder hat, heiratete Dr. Michaela Neumeister, 39, Tochter des Münchner Auktionsriesen Rudolf Neumeister, der auch den Titel eines Honorarkonsuls trägt. Kurze Zeit war sie im elterlichen Unternehmen tätig, an Neumeister München ist sie nicht mehr beteiligt, das hat ihre Schwester Katrin Stoll übernommen. Michaela Neumeister ist Kunsthistorikerin, Board-Member diverser Museen (Schirnhalle Frankfurt, Haus der Kunst München), seit bald zehn Jahren bei de Pury Spezialistin für Zeitgenössische Kunst. Bei Phillips, de Pury & Company, seit 2008 teilweise im Besitz der Russen Leonid Friedland und Leonid Strunin (Luxusgüter-Konzern Mercury), ist sie Senior Partner.

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Manchmal begegnet man auf dem gesellschaftlichen Parkett (oder sieht ihn mit dem Velo durch Zürich fahren) einem Mann, der dem für den Oscar nominierten Schauspieler Christoph Waltz («Inglorious Basterds») zum Verwechseln ähnlich sieht. Es ist Martin Waltz, der Bruder des Künstlers, der seit Jahren in Zürich lebt. Unter Achim Benning war er Vizedirektor am Schauspielhaus. Der Junggeselle, enger Vertrauter der Finanz-Buchautorin Dr. Fleur Platow, ist Schauspieler und Regisseur, macht Lesungen und widmet sich künstlerischen Projekten.

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«Du hast Talent. Keep clicking!» schrieb ihm Helmut Newton bei einem Treffen in der Villa d’Este. Die Widmung hängt beim Fotografen Michel Zumbrunn im Badezimmer. Jetzt stellte er im Car-Center Foitek seinen Bildband «Ferrari-Klassiker» vor. 250 Autofreaks kamen, der Prosecco von «Silvino» wurde aus ferrariroten Flaschen serviert.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.01.2010, 10:12 Uhr