Scheibe kaputt: Easyjet-Flug über Zürich gestoppt

Aktualisiert am 17.08.2010

Ein Airbus 319 musste am Samstag ausserplanmässig in Kloten landen – wegen einer beschädigten Front.

Von Felix Schindler

Kloten – Das Flugzeug startete in Genf und war auf dem Weg nach Berlin. Wie Aviationherald.com meldete, musste der Easyjet-Airbus wegen einer kaputten Windschutzscheibe den Flug abbrechen und in Zürich zwischenlanden. Flughafensprecherin Jasmin Bodmer bestätigt, dass es zu einer sogenannten Ausweichlandung gekommen ist. Das Flugzeug landete um 15.20 Uhr und verliess Kloten am Folgetag um 17.10 Uhr.

Die Passagiere kamen erst mit 27 Stunden Verspätung in Berlin an – und ihre Nerven wurden laut «Tagesspiegel» aufs Äusserste strapaziert. «Nach der Landung in Zürich erhielten wir über Stunden nur spärliche und sich widersprechende Informationen», so eine Betroffene.

Crew knauserte mit Getränken

Schliesslich wurden die Gestrandeten in ein Hotel gefahren. Nach einer kurzen Nacht musste die betroffene Passagierin um 5 Uhr aufstehen, weil der Flug um 9.30 Uhr hätte starten sollen. Doch die Maschine war noch nicht repariert, sodass Eaysjet die Fluggäste noch bis zum späteren Nachmittag am Flughafen Zürich sitzen liess. «Ein paar Frauen haben auch angefangen zu heulen», sagte die Reisende der Zeitung. An Bord wurde die Crew aufgefordert, Getränke ausnahmsweise kostenlos zu verteilen. Doch diese lehnte ab.

Easyjet war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Dass die Windschutzscheibe eines Flugzeuges beschädigt wird, kann mehrere Gründe haben: «Vor allem auf einer Höhe unter 1000 Meter kommt es immer wieder vor, dass Vögel und Flugzeuge kollidieren», sagt Rolf Odermatt, Linienpilot und Präsident der Aeropers, des Pilotenverbands der Swiss. Darüber stellen Gänse das grösste Problem dar. «Sie sind Hochflieger.» Durch einen Vogelschlag können auf der Scheibe unzählige Risse entstehen, ähnlich wie bei einer Autoscheibe.

Ausserdem können Flugzeuge auch in Hagel geraten. «Das kann Schäden verursachen, die zur sofortigen Landung zwingen.» Am Samstag, als die Maschine ausserplanmässig landen musste, hat es stark geregnet. Laut Odermatt ist es denkbar, dass es in höheren Lagen gehagelt hat. Schliesslich können auch Materialfehler oder die Alterung des Materials für den Defekt verantwortlich sein. Ein solcher Zwischenfall erschwert auch die Landung: «Durch eine geborstene Scheibe sieht man nichts mehr», sagt der Pilot. Dann besteht die Hoffnung, dass nur eine der beiden Scheiben defekt ist – oder man muss bei der Landung ganz auf den Autopiloten vertrauen.(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 17.08.2010, 23:20 Uhr