Asteroid 2016 RB1 in Winterthur gesichtet

Markus Griesser beobachtete gestern Nacht als erster Europäer die Passage des Asteroiden 2016 RB1. Dank Griessers Berechnungen ist klar: RB1 fliegt an der Erde vorbei.

Der Amateurastronom Markus Griesser mit dem Spiegelteleskop der Sternwarte Eschenberg.

Der Amateurastronom Markus Griesser mit dem Spiegelteleskop der Sternwarte Eschenberg. Bild: Wolfgang Sträuli

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Wie kam es, dass Sie als erster Europäer den Asteroiden 2016 RB1 beobachten konnten?
Aufgrund der ersten Sichtungen überseeischer Sternwarten am Montag konnte ich berechnen, wann der Asteroid wo vorbeifliegen würde. Ich habe das Teleskop der Sternwarte Eschenberg dann so programmiert, dass es sich auf die Bahn des Asteroiden ausgerichtet hat. Anhand meiner Beobachtung konnten die Kollegen die Bahn des Asteroiden berechnen und eine Risikoanalyse erstellen. Der Asteroid fliegt in einer Entfernung von 38'000 Kilometern an der Erde vorbei und stellt keine Gefahr dar.

Wie muss man sich so einen Asteroiden oder Kleinplaneten vorstellen?
Bei 2016 RB1 handelt es sich um einen relativ kleinen Asteroiden mit rund 10 Meter Durchmesser. Es gibt aber auch welche, die mehr als 100 Meter Durchmesser erreichen. Diese Kleinplaneten sind auf elliptischen Bahnen um die Erde unterwegs. Mehrheitlich bleiben sie aber mehr als 7 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Können diese Asteroiden uns gefährlich werden?
Würde ein solcher Asteroid auf die Erde treffen, könnte er erhebliche Zerstörungen anrichten. 2013 explodierte über einer russischen Kleinstadt ein Asteroid von 20 Meter Durchmesser. Die Druckwelle der Explosion liess Fensterscheiben bersten und hat mehr als 1500 Personen verletzt. Hätte der Asteroid die Stadt getroffen, hätte es bestimmt Hunderte Tote gegeben.

Wie viele dieser Asteroiden sind unterwegs?
Bekannt sind rund 15'000 erdnahe Objekte, es werden aber laufend neue entdeckt. Potenziell gefährlich können der Erde 1700 Asteroiden werden, deren Bahn der Erde näher als 7 Millionen Kilometer kommt. Man kann ihre voraussichtliche Passage für die nächsten 100 Jahre berechnen. Etliche Asteroiden könnten der Erde potenziell gefährlich werden.

Macht Ihnen die Nähe all dieser Asteroiden Angst?
Nein, wenn ich mir da Sorgen machen würde, müsste ich mich auch wegen all der vielen täglichen Gefahren und Risiken einen Kopf machen.

Wie oft sitzen Sie nachts in der Sternwarte?
Zurzeit sitze ich fast jede Nacht am Teleskop. Bei den super Sichtverhältnissen, die derzeit herrschen, ist das für mich das Grösste. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.09.2016, 17:26 Uhr

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