Bastien Girod macht seine Parteikollegen wütend

Von Simone Rau. Aktualisiert am 26.10.2009 217 Kommentare

Der grüne Nationalrat hat ein linkes Tabu gebrochen und in einem Papier die Einwanderung kritisch beurteilt. Das passt dem Parteipräsident Leuenberger nicht: «Es entspricht überhaupt nicht der Haltung der Grünen.»

Macht seine Parteikollegen wütend: Der grüne Zürcher Nationalrat Bastien Girod hat in einem Papier die Einwanderung kritisch beurteilt.

Macht seine Parteikollegen wütend: Der grüne Zürcher Nationalrat Bastien Girod hat in einem Papier die Einwanderung kritisch beurteilt.
Bild: Tages-Anzeiger

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Der grüne Zürcher Nationalrat Bastien Girod wagt sich an ein brisantes Thema, das bisher rechte Politiker für sich gepachtet hatten: die Einwanderung. Zusammen mit seiner Parteikollegin Yvonne Gilli hat der Jungstar ein Papier ausgearbeitet, das die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz kritisch beurteilt.

Die Themen Migration und Bevölkerungswachstum würden von linken Politikern stark ideologisch betrachtet. Wer sich kritisch zur Einwanderung äussere, laufe Gefahr, in die rechte Ecke gestellt zu werden, wird das Duo im «SonntagsBlick» zitiert. Dabei bringe der Zustrom aus dem Ausland grosse Probleme mit sich: «Durch das schnelle Bevölkerungswachstum in der Schweiz wird der Wohnungsmangel verschärft, sozial Schwache werden in schlechtere Wohnlagen verdrängt, Verkehrsengpässe auf Strasse, Schiene und in der Luft verschärfen sich.»

«Ideen könnten teilweise aus der rechten Ecke stammen»

«Demographie, Migration und Raumplanung auf diese Art zu vermischen, ist äusserst heikel», sagt der Grünen-Präsident Ueli Leuenberger. Er ist erstaunt und verärgert über das Papier. «Es entspricht absolut nicht der Haltung der Grünen.» Girod präsentiere darin Ideen, die teilweise aus der rechten Ecke stammen könnten. Für die Wähler sehe es aus, als hätten die Grünen ihre Haltung zur Migrationspolitik geändert. «Das ist definitiv nicht der Fall.»

Muss der Jungstar deshalb mit Sanktionen innerhalb der Partei rechnen? «Im Prinzip kann Bastien Girod machen, was er will. Er ist für seine Stellungnahme selbst verantwortlich.» Sanktionen werde es keine geben. Es sei aber schade, dass Girod statt der offenen Diskussion den Weg über die Presse gewählt habe, das sei immer der leichteste Weg. «Er wäre besser an unsere Fachtagung zum Thema Migration gekommen, die vor drei Wochen stattgefunden hat.»

Der grüne Wähler ist verwirrt

Leuenberger hat das besagte Papier erst gestern Abend von Girod erhalten. Genaueres dazu sagen kann der Grünen-Präsident deshalb noch nicht. So weit er abschätzen könne, seien einige Punkte darauf durchaus interessant und für die Partei eine Diskussion wert. Aber eben nicht alle: «Girod wurde von den Wählern gewählt, weil er auf der Liste der Grünen war. Wenn er jetzt plötzlich Positionen vertritt, die teilweise aus der rechten Ecke stammen könnten, verwirrt das den Wähler.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.10.2009, 12:24 Uhr

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217 Kommentare

Simon Schmid

26.10.2009, 13:38 Uhr
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Ich bin kein Fan von Girod und den Grünen, nicht weil ich nicht Grün wäre, aber weil mich dieses oberlinke ignorieren von Migrationsproblemen nervt. Es gibt da etwas zu diskutieren, speziell auch bei den Grünen! Es ist ein Vorurteil aber auch eine Tatsache, dass Ausländer sehr gerne dicke Schlitten, statt Zug fahren und bei mir im Kreis 4 wird weniger Abfall getrennt als am Züriberg. Bravo Girod! Antworten


E. Vogt

26.10.2009, 12:32 Uhr
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Na ja, man kann nicht jammern, dass immer mehr Land verbaut wird und gleichzeitig unkontrolliert der Völkerwanderung zuschauen. Auch Zuwanderer belasten zusätzlich die Umwelt dramatisch. Mr. Girod hat erstmals den kausalen Zusammenhang erblickt. Nur die Linken und Grünen haben dies noch nie wirklich realisiert. Seine Aussagen könnten von der SVP stammen. Wechsle das Lager Mr Girod. Antworten