Trifft Air-Berlin-Abbau den Zürcher Flughafen?

1,5 Millionen Passagiere starten in Kloten jährlich mit der deutschen Airline. Ein Abbau würde den Flughafen treffen. Andere könnten profitieren.

Flughafen Kloten: Mit Air Berlin würde die zweitstärkste Fluggesellschaft gehen.

Flughafen Kloten: Mit Air Berlin würde die zweitstärkste Fluggesellschaft gehen. Bild: Reto Oeschger

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Wer von Zürich nach Mallorca fliegt, kommt fast nicht an Air Berlin vorbei. 14-mal pro Woche fliegt die deutsche Fluggesellschaft direkt von Kloten auf die spanische Insel. Nun soll Air Berlin aber kräftig schrumpfen: Am Ende werden wohl nur noch halb so viele Flugzeuge betrieben wie derzeit. Auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Verwaltung solle halbiert und 1000 Stellen gestrichen werden.

Ob Air Berlin sich aus Zürich zurückziehen wird, ist unklar. «Wir bitten um Verständnis, dass wir Marktspekulationen grundsätzlich nicht kommentieren», sagt Air-Berlin-Sprecherin Theresa Krohn.

Die deutsche Fluggesellschaft fliegt seit 2003 von und nach Zürich. Regelmässig und ganzjährig angeboten werden vier Destinationen: Berlin, Düsseldorf, Wien und Mallorca. Sie fliegt aber je nach Saison auch an exotische Orte wie Larnaca (Zypern), Marsa Alam (Ägypten) oder Heraklion (Griechenland).

Swiss könnte profitieren

Die Auswirkungen auf den Flughafen in Zürich wären gross. Im vergangenen Jahr zählte Air Berlin gesamthaft 1,5 Millionen Passagiere in Kloten, das sind 6 Prozent aller Passagiere, die von Zürich aus wegfliegen. Damit war die deutsche Fluggesellschaft nach der Swiss die Nummer zwei. Zum Vergleich: Mit Swiss fliegen 55 Prozent aller Passagiere, das sind 14,5 Millionen jährlich.

Bei einem allfälligen Abzug könnte die Lufthansa-Gruppe profitieren. Die Lufthansa-Tochter Swiss analysiert wöchentlich die Slot-Situation am Flughafen Zürich und meldet bei Interesse ihr Bedürfnis an. «Generell sind wir natürlich an allen Slots interessiert, die in unsere Hauptabflugzeiten fallen und unseren täglichen Betrieb verbessern», sagt Swiss-Sprecherin Karin Müller. «Und zwar unabhängig davon, welche Airline sie freigibt.» Slots sind Zeitfenster, in denen ein Flieger starten oder landen darf. Weitere Informationen hierzu könne sie zu diesem Zeitpunkt nicht geben. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.09.2016, 12:39 Uhr

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