Eine Torte für den Stararchitekten

Von Benno Gasser . Aktualisiert am 04.09.2010 2 Kommentare

Sir Norman Foster sorgte gestern an der Verleihung des Schweizer Solarpreises in der Messe Oerlikon für Glamour. Zum ersten Mal wurde ein Solarpreis vergeben, der nach dem Architekten benannt ist.

Architektur und Ökologie: Norman Foster spricht zur Verleihung des Solarpreises in der Messe Oerlikon.

Architektur und Ökologie: Norman Foster spricht zur Verleihung des Solarpreises in der Messe Oerlikon.
Bild: ominique Meienberg

Fosters Werke (Neugestaltung des Berliner Reichstags, Dolder-Umbau, Swiss-Re-«Gurke») sind in der Öffentlichkeit zwar nicht als besonders energiearm bekannt, trotzdem rühmte ihn Köbi Gantenbein, Chefredaktor von «Hochparterre», der Zeitschrift für Architektur und Design. Foster verbinde einige seiner grossen Bauten mit guten Energiekonzepten. Er baue optimal gedämmte Wohnhäuser im Engadin und habe den Masterplan für die Ökostadt Masdar City in Abu Dhabi entworfen.

Im Rahmen seiner Rede erzählte Foster eingehend von diesem Wüstenprojekt. Die CO2-neutrale Wissenschaftsstadt Masdar soll vollständig durch erneuerbare Energien versorgt worden. Die Wasserversorgung wird mit solarbetriebenen Entsalzungsanlagen geplant. Foster betonte, wie wichtig etwa die Form von Gebäuden und deren Anordnung sei. Damit liesse sich, ohne Energie zu investieren, ein angenehmes Klima erzeugen. Für sein Projekt habe er sich an traditionellen arabischen Städten wie Shiban im Jemen orientiert.

Moderne Versionen von Windtürmen

Weil die einzelnen Häuser sehr dicht zusammengebaut seien, würden sich die Strassen und Plätze nicht so stark aufheizen. Moderne Versionen von Windtürmen sorgen für zusätzliche Kühlung. Ausserdem soll die Stadt von Frischluftkorridoren und Parkanlagen durchzogen werden. Die Strassen sind autofrei, im Untergrund verkehren Elektrofahrzeuge. Das Projekt für 47'500 Menschen und 1500 Firmen kostet rund 22 Milliarden Dollar. Der Erstbezug ist für 2016 vorgesehen.

An die Preisträger gewandt, sagte Foster, dass sich gute Architektur mit Ökologie vereinbaren lasse. Den ersten Preis gewann das 7-Familien-Haus Kraftwerk B in Bennau SZ. Es produziert 10 Prozent mehr Energie, als es selber benötigt. Foster, der regelmässig am Engandin Skimarathon teilnimmt, erhielt zum Dank eine Engadiner Nusstorte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2010, 17:16 Uhr

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2 Kommentare

Jester Davis

06.09.2010, 13:39 Uhr
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Vor kurzem sah ich einen Kommentar über Financial Times auf Oerlikon und Viktor Vekselberg (http://blogs.ft.com/martin-wolf-exchange/2010/08/08/what-is-the-role-of-the-state/#comment-1061867). Das ist ein schlechtes Zeichen für Investoren Antworten


Hans Peter

06.09.2010, 00:32 Uhr
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Schade nur dass Masdar City, gelegen mitten in der Wüste, einzig mit dem Flugzeug zu erreichen ist, was nicht unbedingt für die Öko-Stadt der Zukunft spricht. Antworten