Berichte über arabische Bodentruppen im Jemen

Aufklärungstrupps der arabischen Allianz sollen in Aden gelandet sein. Saudiarabien soll ausserdem gemäss der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Jemen Streubomben einsetzen.

Auch hier dauern die Kämpfe an: Rauch über einer Ortschaft nahe der drittgrössten Stadt Taizz. (3. Mai 2015)

Auch hier dauern die Kämpfe an: Rauch über einer Ortschaft nahe der drittgrössten Stadt Taizz. (3. Mai 2015) Bild: Hamid Khatib/Reuters

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Die von Saudiarabien geführte Militärkoalition hat im Zuge ihrer Offensive gegen die Huthi-Miliz in Jemen offenbar mehrere Dutzend Soldaten einer Spezialeinheit für eine Erkundungsmission in Aden abgesetzt. Das bestätigte laut der Nachrichtenagentur Associated Press ein Kommandeur der jemenitischen Regierungstruppen in der zweitgrössten Stadt des Landes; zuvor hatten bereits Bewohner und die mit südlichen Sezessionisten verbundene Zeitung al-Ghad ähnliches berichtet.

Der Sprecher des saudischen Militärs, Brigadegeneral Ahmed al-Asiri, dementierte am Sonntagnachmittag, dass es grössere Bodenoperationen der Koalition dort gebe. Es seien keine «ausländischen Kräfte in Aden, aber die Koalition setzt ihre Unterstützung im Kampf gegen die Huthis fort» – was Spielraum hinsichtlich des Einsatzes von Militärberatern oder Geheimdienstlern liess.

Schwere Kämpfe dauern an

Obwohl Saudiarabien am 21. April die erste Phase der Militäroperation mit heftigen Luftangriffen für beendet erklärt hatte, dauern schwere Kämpfe in Aden, der drittgrössten Stadt Taizz und auch in der Hauptstadt Sanaa an. Kampfjets der Koalition attackierten wiederholt Ziele in diesen Städten. Vergangene Woche hatten sie die Landebahn des Flughafens in Sanaa bombardiert, um ein iranisches Flugzeug an der Landung zu hindern.

Saudiarabien und seine sunnitisch-arabischen Verbündeten werfen Iran vor, als Schutzmacht der Schiiten die Huthi-Milizen zu unterstützen und zu bewaffnen, um sich weitgehenden Einfluss in Jemen zu sichern – auch wenn die Huthis einem anderen Zweig des Schiitentums angehören. In Aden wurden nach Angaben des Vize-Gouverneurs iranische Revolutionsgardisten gefangen genommen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. Nachdem die USA jüngst die Präsenz ihrer Flotte in der Region verstärkt hatten, war ein Konvoi von neun iranischen Schiffen abgedreht, der zunächst auf die Küste Jemens zugelaufen war.

Verdacht auf Streubomben

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf der Koalition vor, in Jemen international geächtete Streubomben eingesetzt zu haben. Solche Munition, deren Blindgänger eine bleibende Gefahr für Zivilisten darstellen, sei in mehreren Fällen in der Provinz Saada abgeworfen worden, dem Kernsiedlungsgebiet der Huthis. Das gehe aus Satellitenbildern, Videos und Berichten von Bewohnern hervor. Weder Saudiarabien noch Jemen oder die USA, von wo die Bomben stammen sollen, haben die entsprechende Verbotskonvention unterzeichnet.

Die Schweiz hat Streubomben erst 2012 verboten: 200'000 Sprengsätze müssen vernichtet werden (05. März 2012, Quelle: SRF). (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.05.2015, 18:51 Uhr

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